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Werft baut Spezialprojekte für Windenergieerzeugung auf See : Wismarer Schiffbauer gut ausgelastet

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Der extrem dröhnende Lärm ist merklich abgeklungen. Dafür sprühen wieder die Funken wie eh und je in Europas größter Schiffbauhalle an der Wismarbucht. "Es sind die ersten Großbauteile für ein neues Spezialschiff".

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erstellt am 25.Aug.2013 | 10:58 Uhr

Wismar | Der extrem dröhnende Lärm ist merklich abgeklungen. Dafür sprühen wieder die Funken wie eh und je in Europas größter Schiffbauhalle an der Wismarbucht. Immer wieder blitzt es dazu grellblau an verschiedenen Stationen, insbesondere im Bereich der Großsektionsfertigung. "Es sind die ersten Großbauteile für ein neues Spezialschiff", erklärt Werftsprecher Stefan Sprunk. Und dieses neue Produkt wurde speziell entwickelt für die Wartung von Nordsee-Windparks.

Die Fachleute sprechen dabei von einem Windturbinen-Schiff, von denen die ersten Segmente bereits auf die Docklegung warten. Auch das Deckshaus ist schon vorhanden. Den Auftrag erhielt Nordic Yards vom dänischen Offshore-Unternehmen DBB Jack-Up Services. "Nordic Yards hat sich bereits als starker, kompetenter Partner im Off-shore-Bereich bewiesen", sagte dazu bereits im Vorjahr DBB-Chef Thorsten Henrik Jalk.

Die Fertigungsarbeiten für das 80 Meter lange und 32 Meter breite Spezialschiff begannen in der dritten April woche dieses Jahres. Der neue Schiffs-Prototyp soll zudem bei härtesten Wetterbedingungen auf See arbeiten können. "Das Schiff stelzt sich bei einer Wassertiefe von bis zu 45 Metern selbst auf" heißt es dazu weiter. Möglich wird dies durch vier Hubbeine, die vom Meeresgrund aus den Schiffsrumpf wie eine Arbeitsplattform hochfahren lassen. Nicht weniger wichtig ist die Hebemöglichkeit per bordeigenen Superkran. Mit dem ist es möglich, bis zu 500 Tonnen schwere Windradkomponenten an den Haken zu nehmen, die bis in eine Höhe von 100 Metern zu hieven und somit vor Ort zu installieren oder auszutauschen.

Noch bis vor kurzem herrschte im Baudock Schiffbauatmosphäre wie einst. Denn dort lag die "Talnak" für Wartungsarbeiten auf dem Trocknen. Der arktische Containerfrachter wurde im Jahre 2008 im Rahmen einer Vierer-Bauserie in geteilter Fertigung an den Standorten Warnemünde und Wismar fertig gestellt. Eigner ist der russischen Bergbaukonzern Norilsk Nickel. Am vergangenen Mittwoch erfolgte das Ausdocken. Damit war gleichzeitig der Weg frei, um den dahinter liegenden Seeponton ausschwimmen zu können. Auf dem entstand die wuchtige Konstruktion, genannt Base Frame, bestimmt für die Konverterstation SylWin alpha. Der Aufbau des gigantischen Stahlrohr-Fundaments begann zum Beginn dieses Jahres. Mit der Endfertigstellung soll die gesamte Konstruktion auf den an der Werft-Ausrüstungspier bereitstehenden Dockponton "Eide Barge" gezogen werden. Dann erfolgt der Seetransport zum künftigen Standort eines Windparks, der 70 Kilometer westlich vor der Nordseeinsel Sylt im Entstehen ist. Deren Konverterplattform hat die Höhe eines elfstöckigen Hauses. Inzwischen steht das Konzept einer vierten Umspannplattform auf See mit der Bezeichnung DolWin gamma. Baustart dafür ist im nächsten Jahr.

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