Demonstration : Wismar präsentiert sich bunt

Wie 2012 wird auch heute wieder für eine tolerantes Wismar demonstriert.
Wie 2012 wird auch heute wieder für eine tolerantes Wismar demonstriert.

Viele Veranstaltungen für und mit Flüchtlingen geplant / Pegida-nahe Bewegung plant Demo

svz.de von
05. September 2015, 08:00 Uhr

Die Hansestadt zeigt sich heute von ihrer bunten Seite. Die Stadt, Vereine, Verbände und Parteien haben zu Veranstaltungen quer durch die Stadt aufgerufen. Der Grund: Die Initiatoren von „Gemeinsam für die Heimat“, eine Pegida-nahe Bewegung , wollen ab 17 Uhr vom ZOB aus durch die Innenstadt von Wismar gehen.

Auf dem Markt läuft ab 14 Uhr die Veranstaltung „Neugierig. Tolerant. Weltoffen.“ mit Infoständen und Volksfestcharakter. An der Nikolaikirche ist eine „Willkommenstafel“ für Flüchtlinge aufgebaut und auf dem Sportplatz Kagenmarkt findet ein Fußballspiel statt. Parteien haben sich ebenfalls angemeldet. Nordwestmecklenburgs Landrätin Kerstin Weiss wird an einer Veranstaltung auf dem Marktplatz teilnehmen. „Ich wünsche mir von dem heutigen Tag, dass er friedlich abläuft und dass jeder die Veranstaltung durchführen kann, die er geplant hat“, sagt sie.

Auf der anderen Seite werden rund 400 Teilnehmer erwartet. Die Initiatoren, die sich namentlich nicht zu erkennen geben, wettern in den sozialen Netzwerken gegen den vermeintlichen Missbrauch von Asyl und machen Stimmung gegen Flüchtlinge und Asylbewerber (wir berichteten). Dafür wurde die Seite „Wismar gegen Asylmissbrauch“ online gestellt, es folgten ähnliche Seiten für Schwerin, Parchim, Güstrow und andere Städte quer durch MV. Bei 2000 Likes, also 2000 Besuchern, stand das Ziel: Eine Demo durch Wismar. Diese Grenze wurde vor zwei Wochen erreicht und die Demo entgegen einiger Erwartungen tatsächlich angemeldet. Das Innenministerium in Schwerin schaut nun mit Sorge nach Wismar. Es könnte eine erhebliche Anzahl an Rechtsextremisten aufmarschieren, heißt es von dort. Innenminister Lorenz Caffier warnt deshalb eindringlich: „Dahinter verbergen sich rechtsextremistische Propagandisten, die die aktuelle Situation und die nachvollziehbaren Sorgen vieler Menschen in Bezug auf die Integration der stetig wachsenden Zahl an Asylbewerbern und Flüchtlingen ausnutzen wollen, um unsere demokratische Gesellschaft zu vergiften.“

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

 

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