Kreuzfahrtsaison : Wismar empfängt sieben Luxusliner

So große Pötte wie die MS „Empress“, die sich im Jahr 2014 zwischen die alten Speicher und den Seehafen-Anleger quetschte, werden den Wismarer Hafen in dieser Kreuzfahrtsaison wohl nicht anlaufen. 1450 Passagiere brachte dieser Ozeanriese allein in einem Schwung in die Hansestadt. Die für 2016 bislang bestätigten sieben Anläufe von Kreuzfahrtschiffen bringen es insgesamt auf 4200 Gäste. Fotos: Holger Glaner
1 von 2
So große Pötte wie die MS „Empress“, die sich im Jahr 2014 zwischen die alten Speicher und den Seehafen-Anleger quetschte, werden den Wismarer Hafen in dieser Kreuzfahrtsaison wohl nicht anlaufen. 1450 Passagiere brachte dieser Ozeanriese allein in einem Schwung in die Hansestadt. Die für 2016 bislang bestätigten sieben Anläufe von Kreuzfahrtschiffen bringen es insgesamt auf 4200 Gäste. Fotos: Holger Glaner

4200 Passagiere und 2000 Besatzungsmitglieder werden 2016 erwartet, doch nur die Hälfte lässt ihr Geld auch tatsächlich vor Ort

svz.de von
11. März 2016, 05:00 Uhr

In wenigen Monaten startet die Hansestadt Wismar in ihre dritte echte Kreuzfahrtsaison. Sieben Anläufe von Kreuzfahrtschiffen sind bereits bestätigt. Genauso viele wie im Vorjahr, als allerdings acht von 15 geplanten Anläufen abgesagt wurden.

Unter diesen gestrichenen Schiffsanläufen war allein sechs Mal die MS „Empress“ der spanischen Reederei Pullmantur Cruises. Die hatte ihre Konsequenzen aus dem Jahr 2014 gezogen, als der Kapitän des 211 Meter langen und 30,50 Meter breiten Ozeanriesen drei Mal wegen schlechten Wetters die Fahrt durch die enge Fahrrinne der Wismarbucht hin zum Wismarer Hafen gescheut, abgesagt und statt dessen Warnemünde angesteuert hatte. „Bei Windstärken über fünf Beaufort ist es nicht ganz einfach für solche großen Schiffe. Doch es liegt immer noch im Ermessensspielraum des Kapitäns, ob er Wismar dann anläuft oder aber nicht“, erklärt Michael Kremp.

Der 58-Jährige ist neben seinem Job als Geschäftsführer des Wismarer Seehafens auch einer der beiden Köpfe der Columbus Cruise Center Wismar GmbH und als solcher federführend mitverantwortlich für den Ausbau der Unesco Welterbe-Stadt als Kreuzfahrt-Destination. Die Absagen der beiden zurückliegenden Jahre und die im Vergleich zu 2015 stagnierende Zahl an Schiffsanläufen beunruhigt den CCCW-Geschäftsführer nicht. „Vielleicht kommt noch der eine oder andere Kreuzfahrer um die Ecke, mehr als zehn werden es in diesem Jahr aber sicher nicht. An unserer generellen Marschrichtung ändert sich nichts“, so Kremp. Ziel seien 20 Kreuzfahrtankünfte pro Saison. Wenn sich der Ausbau der Hafeninsel mit den darauf befindlichen alten Speichern weiter gut entwickele, sehe er auch kein Problem, das Ziel zu erreichen. Wismar mit seinem mitten in der Altstadt liegenden Kreuzfahrtanleger sei ein äußerst attraktiver Kreuzfahrtstandort, was die bisherige sehr gute Resonanz der Besucher belege.

Waren es im Jahr 2014 noch 14 000 Kreuzfahrtpassagiere und 6500 Besatzungsmitglieder, die in Wismar von Bord gingen, so erwartet der lokale Kreuzfahrtchef in diesem Jahr 4200 Passagiere und 2000 Crewmitglieder zum Landgang.

Doch nur die Hälfte lässt ihr Geld auch vor Ort. „50 Prozent buchen einen Ausflug nach Berlin, der Rest nutzt regionale Angebote“, sagt Michael Kremp. Touren zum Kloster Rehna oder Schloss Bothmer als größte barocke Schlossanlage des Landes seien bislang nicht geplant. Da wären die Ausflugsagenturen gefragt, Neues zu kreieren. Außerdem könne man doch froh sein, wenn auch ein paar Besucher in Wismar bleiben. Stimmt, denn durchschnittlich soll der Umsatz, den ein Passagier in einer Kreuzfahrtdestination tätigt, pro Tag immerhin 29 Euro betragen. Crewmitglieder verjubeln sogar 56 Euro. Ein kleines Zubrot für lokale Gastronomie und Einzelhandel.

Den Auftakt zur Kreuzfahrtsaison 2016 macht am 2. Juni der Luxusliner „The World“, zwischendurch kommt einmal mehr die MS „Deutschland“ rein, den Abschluss macht im Dezember die „Black Watch“.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen