Industriekultur : Wirklich seltene Einblicke

Der ehemalige Silo I im Alten Hafen von Wismar.
Der ehemalige Silo I im Alten Hafen von Wismar.

„Tage der Industriekultur am Wasser“ locken nach Wismar, Bad Kleinen und Warin

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28. September 2015, 23:02 Uhr

Mit 350 Veranstaltungen in 124 Denkmalen an 60 Orten geht das Projekt „Tage der Industriekultur am Wasser“ der Metropolregion Hamburg in die dritte Runde. Hafenanlagen, Schleusen und Schiffe, Leucht- und Wassertürme, Brücken und Mühlen, Fabriken und Kraftwerke geben am 3. und 4. Oktober Einblicke in die Welt der Industriekultur am Wasser.

Wismar beteiligt sich wieder mit seinem Alten Hafen. In dem sonst nicht zugänglichen Thormann-Speicher und dem ehemaligen Silo 1 werden jeweils um 11.30, 13 und 15 Uhr Führungen angeboten. Neu dabei ist der Lokschuppen der Hafenbahn. Führungen finden hier nach Bedarf statt. Im Phantechnikum steigen Besucher ins Propellerkarussell, lassen sich in eine Riesenseifenblase hüllen oder erkunden die Dauerausstellung. Filmvorführungen zur Wismarer Industriegeschichte sind um 11,14 und 16 Uhr zu sehen.

Bad Kleinen ist mit zwei Industrieobjekten das zweite Mal bei den Tagen der Industriekultur mit von der Partie. Die Mühlenwerke Bad Kleinen, malerisch oberhalb des Schweriner Sees gelegen, waren einst die größte Mühle in Mecklenburg. Entscheidend für den Bau der Großmühle, zwischen 1912 und 1914, war die Lage am Eisenbahnknotenpunkt. 1993 wurde der Betrieb stillgelegt. 2012 übernahm die Gemeinde das Areal, um es schrittweise unter anderem für touristische Nutzungen zu vermarkten. Das Ensemble der Mühlenwerke kann besichtigt und der Siloturm erklommen werden .

Seit 1915 trägt Kleinen den Beinamen “Bad”. Er geht auf ein Kaltwasser-Heilbad zurück, das es westlich vom Bahnhof auf der Endmoräne oberhalb vom Schweriner See gab. Zu der 1895 eröffneten Wasserheilanstalt gehörte auch der im folgenden Jahr in der Form eines Sielorohres erbaute Fußgängertunnel, durch den die Badegäste mit wenigen Schritten den See erreichen, statt einen weiten Umweg am Bahnhof vorbei machen zu müssen. Schon während der Inflation 1922 jedoch musste das Heilbad nach einer Insolvenz schließen. Erhalten geblieben sind der unter den Gleisen zum See führender Fußgängertunnel sowie ein Maschinenhaus mit Wasserturm. Mehr dazu können Besucher jeweils um 10.15 und um 15.15 Uhr bei den zweistündigen geführten Wanderungen von der Wasserheilanstalt zu den Mühlenwerken am Schweriner See erfahren.

Ebenfalls bei Wismar gelegen ist die Wassermühle in Warin. Bis 1990 war sie in Betrieb und hat bis zu 20 Tonnen Roggen pro Tag vermahlen. Die mitten in dem Städtchen stehende Mühle nutzte die Wasserkraft zwischen dem Großen Wariner See und dem Glammsee. Die vorhandene Technik stammt vor allem aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Die Besitzer hielten das ganze Bauwerk mit dem alten Inventar instand. Nun steht das Objekt zum Verkauf. Am 3. Oktober bekommen Interessierte bei den Führungen um 11 und 15 Uhr die komplett erhaltene Mühlentechnik gezeigt.

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