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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

18. Dezember 2017 | 12:02 Uhr

Sonnige Aussichten : Winterzeit im Tierpark

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Vom Winterschlaf keine Spur: Luchse, Nasenbären und Füchse sind in den Außengehegen. Neugestaltung und Reparaturen sind geplant

svz.de von
erstellt am 06.Feb.2015 | 00:00 Uhr

Schnee bedeckt die Außengehege, Eis funkelt auf Ästen und Zäunen. Ein Präriehund guckt mutig aus seinem Bau heraus und wagt einen kleinen Sprung in den frischen Schnee. Ruhig ist es im Wismarer Tierpark. Einige Besucher hat der Sonnenschein herausgelockt. Und auch die Tiere lassen es sich nicht nehmen, durch den frischen Schnee zu spazieren und die Wärme auf dem Pelz zu genießen.

Träge liegen die drei Luchse auf einem Baumstamm, hoch über den Spaziergängern blinzeln sie in die Sonne. Die Wisente stehen und liegen auf der mit Schnee bedeckten Wiese. Auch die Silberfüchse lauern in und neben den Baumstämmen in ihrem Gehege und beäugen jeden, der an ihnen vorbeigeht. „Hier im Tierpark ist der Besucher auf Augenhöhe mit den Füchsen“, erzählt Meistertierpfleger Mirko Daus. Das ist eine Seltenheit. Normalerweise sind die Tiere hinter dicken Gitterstäben versteckt. Daus hat ihnen jedoch mit Training und Umgewöhnung beigebracht, die Steinbarriere mit Elektrodraht nicht zu überspringen. „Silberfüchse sind etwas zutraulicher als andere Farbformen des Fuchses“, erklärt der Tierpfleger. „Man kann sie deshalb gut beobachten.“

Der Tierpark hat derzeit nur an Wochenenden und Feiertagen in der Zeit von 10 bis 17 Uhr geöffnet. „Wir sind eine Saisoneinrichtung,“ erklärt Marina Welsch, Mitarbeiterin der Tierpark-Verwaltung. „Im Sommer müssen wir das Geld für den ganzen Winter verdienen.“ Rund 35 000 Euro im Monat koste es, den Tierpark zu betreiben, sagt Welsch. Abgesehen von einer Förderung der Stadt Wismar, muss der Tierpark vier Fünftel seines Budgets selbst erwirtschaften. „Wir kommen schon über die Bühne, aber wir müssen auch sparen“, sagt Marina Welsch.

Sparen muss der Tierpark vor allem für neue Investitionen. „Die sind wichtig. Alle zwei Jahre sollte es etwas optisch sichtbar Neues für den Besucher geben“, erklärt Marina Welsch. Sonst verliere dieser schnell sein Interesse. In diesem Jahr steht das Einrichten einer neuen Anlage für die Alpakas und Nandus an, außerdem soll das Damhirschgelände erweitert werden.

Nicht nur für die Tiere ist das Leben derzeit etwas entspannter als in den gut besuchten Sommermonaten. Auch die Aufgaben der Tierpark-Mitarbeiter verlagern sich im Winter. Sie können nun Tätigkeiten nachgehen, die zur Hochsaison liegen bleiben: Zäune erneuern, Anlagen auf bauliche Schäden überprüfen, Bautätigkeiten und die Wartung der Spielgeräte. „Und bei einigen Tierarten müssen wir zusätzlich darauf achten, dass sie nicht zu lange draußen in der Kälte sind“, erklärt Mirko Daus, der Tierpfleger. Zum Beispiel bei den Degus. Diese flauschigen Nager aus Südamerika, lieben den Schnee und manchmal gefällt es ihnen zu gut im Haselstrauch. Sind sie allerdings zu lange in der Kälte, können sie sich eine Infektion einfangen. Dann muss der Tierpfleger ran und die Nager bewegen, wieder ins Warme zu schlüpfen.

Der Eintritt in den Wismarer Tierpark kostet im Winter 3,50 Euro, Ermäßigte zahlen 1,50 Euro. Ab dem 1. April können Besucher wieder täglich von 9 bis 18 Uhr Luchse, Füchse und Degus besuchen. Der Eintritt kostet in der Sommersaison dann jeweils einen Euro mehr.

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