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Fledermaustour Dutzow : Winterquartier der fliegenden Säuger besichtigt

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Braunes Langohr, Wasserfledermaus und Fransenfledermaus nehmen das Kellergewölbe vom Dutzower Speicher an

von
erstellt am 28.Feb.2016 | 20:30 Uhr

Sie sind fast lautlos, schnell und nachtaktiv, die Fledermäuse, die einzigen fliegenden Säugetiere. Sie aus der Nähe betrachten zu können, ist ein besonderes Erlebnis. Während ihrer ersten Fledermausnacht erlebten jetzt Familien aus Kneese und Umgebung die Tiere bei einer Erkundungstour am winterlichen Schlafplatz in Dutzow - einer gemeinsamen Aktion mit dem Unesco Biosphärenreservat Schaalsee.

Eine Feuerschale, ein paar Kerzen, Glühwein - Kneeses Bürgermeister Hans-Jürgen Hoffmann und seine Frau Ilona kennen die Zutaten für einen unterhaltsamen und netten Abend. Der findet diesmal nicht im Gemeinschaftshaus, dafür auf dem Parkplatz am Dutzower See statt. In den benachbarten Kellerräumen des ehemaligen Speichers leben verschiedene Fledermausarten. „Wir wollen heute sehen, ob die Ansiedlung erfolgreich war“, sagt Hans-Jürgen Hoffmann. Damit erfüllt das Gemeindeoberhaupt den 40 anwesenden Bürgern und Gästen einen Wunsch. Sie verfolgten in den zurückliegenden Jahren den Umbau des Gewölbes und fragten sich, ob der vor drei Jahren finanziell aufwendige Umbau von Erfolg gekrönt ist.

Mario Axel, Ranger des Unesco Biosphärenreservates Schaalsee, lässt da keinen Zweifel aufkommen: „Nach der Fertigstellung registrierten unsere Experten eine steigende Anzahl von Tieren. Von den im Gebiet lebenden elf Arten nutzen die Wasserfledermaus, das Braune Langohr und die Fransenfledermaus das Winterquartier.“ Allein vom Winter 2014/2015 stieg die Zahl der dort winterruhenden Tiere von 18 auf heute 28 an. „Sie beziehen Nischen, Vorsprünge und Spalten“, sagt Axel. Schauen wir mal rein, meint er und öffnet die schwere Holztür zur Erkundung des Fledermausreviers.

Mit Taschenlampe geht es hinein in die dunklen Kellerräume. Das feuchte Klima erinnert ein wenig an die letzte Höhlentour im Harz, das Klima verspricht optimale Bedingungen bei chronischen Lufterkrankungen. „Das sind ideale Bedingungen für Fledermäuse. Die Luftfeuchtigkeit beträgt 95 Prozent“, sagt Axel. Dafür sorgt nicht allein der Luftaustausch durch die Einflugschneise, sondern auch die drei Wasserbecken am Boden des Kellers.

Heiko und Roswitha Schulz werden nicht enttäuscht. Sie sind mit den Enkelkindern dabei: „In jeder Ecke und zwischen den Steinen sind die Tiere zu sehen“, erzählen sie. Im Keller geht bereits die zweite Gruppe auf Erkundungstour. Im Schein ihrer Lampen lassen sich die Tiere hängend an der Gewölbedecke oder in den Mauerspalten beobachten. Eine Tour, die sich Sabine Hoffmann aus Roggendorf nicht entgehen lässt: „Vor drei Jahren wurde das Quartier eingerichtet. Ich habe mich immer gefragt, was da drin sein mag“, erzählt die Roggendorferin.

Klein, aber von nicht minderer Bedeutung sei das Fledermausquartier, so Axel im weiteren Gespräch: „In Bad Segeberg gibt es mit zirka 15 000 Tieren das wohl größte Winterquartier mit Gästen aus Skandinavien.“ Das umgebaute Kellergewölbe am Dutzower See wird sicherlich nicht so viele Tiere aufnehmen, biete aber noch reichlich Potenzial. „Fledermäuse suchen ihre angestammten Reviere auf“, so Axel. Davon gibt es für die nützlichen Insektenfresser in einer von den Menschen gestalteten Landschaft allerdings immer weniger.  

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