Gadebusch : Windpark-Kritiker spüren Aufwind

In die Windpark-Diskussion mischte sich u. a. der Wakenstädter Wolfgang Schröder ein. Auch er hatte aus der Zeitung erfahren, welche Windpark-Pläne es gibt.
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In die Windpark-Diskussion mischte sich u. a. der Wakenstädter Wolfgang Schröder ein. Auch er hatte aus der Zeitung erfahren, welche Windpark-Pläne es gibt.

Stadtvertreter wollen am 8. Dezember Beschluss gegen Eignungsflächen fassen

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26. November 2014, 00:03 Uhr

Potentielle Investoren können Gadebusch als möglichen Windpark-Standort offenbar vorerst von ihrer Liste nehmen. So zeichnet sich fraktionsübergreifend ein Nein gegen neue Windpark-Standorte ab. Dies wollen Kommunalpolitiker in einer Stadtvertretersitzung am 8. Dezember mit einem Beschluss manifestieren.

Neues Vertrauen in Teilen der Bevölkerung müssen sich einige Stadtvertreter allerdings wieder erarbeiten. Denn dieses war in den vergangenen Wochen, nachdem die SVZ Pläne für einen möglichen Windpark mit neun Anlagen öffentlich machte, erschüttert worden. Deutlich machte dies Wolfgang Schröder in einer Hauptausschusssitzung. Zu den Mitgliedern dieses Gremiums sagte der Einwohner aus Wakenstädt: „Wir haben das aus der Zeitung erfahren und lange gewartet. Es wurde beraten im stillen Parteikämmerlein. Keiner hatte Mut - bis zum ersten Mal in der Finanzausschusssitzung Herr Blankenberg sich dagegen bekannt hat. Alle anderen haben bis zum heutigen Tage dazu geschwiegen.“ Dies sei etwas, das viele Menschen traurig gestimmt habe. „Sie werden verstehen, dass durch solche Dinge das Vertrauen manchmal arg erschüttert ist“, so Wolfgang Schröder.

Die Naturwind GmbH stufte Gadebusch als Potenzialfläche für einen Windpark ein und regte gemeinsam mit der Energieagentur MV GmbH (mea) die Aufstellung und den Betrieb von neun Windenergieanlagen auf Flächen der Kommune an. Durch eine finanzielle Beteiligung der Kommunen Gadebusch, Lützow und Pokrent sollte die Akzeptanz für den Windpark vor Ort erhöht werden. Nach SVZ-Informationen sollten die Anlagen knapp 200 Meter hoch sein.

Diese Pläne riefen zahlreiche Kritiker auf den Plan. Sie gründeten u. a. eine Interessengemeinschaft und wähnen auch den Stadtvertreter Günter Blankenberg an ihrer Seite. In der Hauptausschuss-Sitzung sagte Blankenberg: „Es ist gut gewesen, dass die Angelegenheit an die Öffentlichkeit gedrungen ist und Bürger davon Kenntnis erlangten. Was ich nicht gut finde ist, dass es selbst in der Stadtvertretung diesbezügliche keine einheitliche Absprache bzw. Information gegeben hat. Es fehlte am Informationsfluss.“ Nach seiner Einschätzung wollten Interessenvertreter dieser Investitionsmaßnahme vollendete Tatsachen schaffen.

Mit unbequemen Fragen sah sich Bürgermeister Ulrich Howest in der Sitzung konfrontiert. Ein Bürger wollte von ihm u. a. wissen, was der Inhalt einer Beratung zur Windkraft-Problematik mit einem Energieversorger und einem Agrarunternehmen im März/April dieses Jahres gewesen sei? Howest entgegnete, keine offiziellen Gespräche im Rahmen einer förmlichen Beratung geführt zu haben. Diese Antwort lässt Raum für weitere Spekulationen.

Klarheit herrscht hingegen in einem anderen Punkt: „Die bei uns zur Rede stehende Fläche zwischen der B104 und dem Ortsteil Wakenstädt ist kein Suchraum nach den zurzeit gültigen Landeskriterien zur Beurteilung von Windeignungsflächen“, so Ulrich Howest.

Welche Landeskriterien künftig gelten, nach denen Windkraftanlagen aufgestellt werden dürfen, entscheidet sich am 17. Dezember. Dann tagt der Regionale Planungsverband Westmecklenburg.

Investoren suchen derweil weiterhin händeringend nach möglichen neuen Flächen für Windkraftanlagen. Der jährliche Pachtzins pro Anlage liegt zwischen 40 000 und 100 000 Euro.


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