zur Navigation springen
Gadebusch-Rehnaer Zeitung

20. November 2017 | 09:02 Uhr

Gadebusch : Windpark ist noch nicht vom Tisch

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Umstrittene Fläche taucht in aktuellen Entwurfs-Unterlagen zur Raumentwicklungsplanung in Westmecklenburg auf

svz.de von
erstellt am 19.Dez.2015 | 06:00 Uhr

Das Thema Gadebuscher Windpark ist noch nicht zu den Akten gelegt. Das geht aus aktuellen Unterlagen zur Raumentwicklungsplanung in Westmecklenburg hervor, in die die SVZ Einblick nehmen konnte. Dieser aktuelle Entwurf soll voraussichtlich 2016 von den Mitgliedern und dem Vorstand des Regionalen Planungsverbandes beschlossen werden. Und in ihm ist eine umstrittene Suchfläche für Windräder zwischen Gadebusch, Wakenstädt und Kaeselow enthalten. Dabei hatte die Stadtvertretung im Dezember vergangenen Jahres beschlossen, dass „keine weiteren Flächen zur Erzeugung von Energie aus Windkraftanlagen ausgewiesen werden.“

Pikant an den aktuellen Unterlagen zur Raumentwicklungsplanung ist, dass die eingezeichnete Suchfläche bei Gadebusch in einem Vorentwurf nicht enthalten gewesen sein soll. „Zu eben diesem Vorentwurf hatten Träger öffentlicher Belange allerdings ihre Stellungnahmen im ersten Beteiligungsverfahren abgegeben“, sagt ein Fachmann, der mit dem Thema Windenergie in MV vertraut ist.

In den aktuellen Unterlagen taucht zudem ein Passus auf, der Folgen für weitere Gemeinde n in Westmecklenburg haben kann. Denn mithilfe dieses Passus’ soll das so genannte Re-Powering alter Windkraftanlagen erleichtert werden. Geben Gemeindevertretungen hierbei künftig grünes Licht, könnten alte Windräder gegen leistungsstärkere und höhere Anlagen an den derzeit vorhandenen Standorten errichtet werden – ohne den Abstand zu Wohngebäuden vergrößern zu müssen. Ältere Anlagen befinden sich zum Beispiel in den Bereichen Paetrow, Löwitz, Gottesgabe.

Schon vor Monaten hatten die Pläne für einen möglichen Windpark bei Gadebusch für heftigen Streit zwischen Befürwortern und Gegnern gesorgt. In einer TED-Umfrage unserer Zeitung sprachen sich damals 82 Prozent der Anrufer gegen einen Windpark aus. Kritiker befürchteten, dass bis zu 200 Meter hohe Windräder bei Gadebusch gebaut werden könnten. Planer regten damals den Bau von acht bis neun Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 27 Megawattstunden an. Befürworter verwiesen auf die Chancen der Energiewende, mögliche Steuereinnahmen und die Beteiligung an einem Bürger-Windpark.

Dass das Thema Gadebuscher Windpark nicht vom Tisch ist, verärgert die Bürgerinitiative „Gemeinsam gegen den Wind“. „Sollte dies der Fall sein, erfüllt uns das natürlich mit Sorge“, sagt Silke Hansen von der Bürgerinitiative.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen