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Nordwestmecklenburg : Windmüllern droht Gegenwind im Nordwest-Kreis

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Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Kreistag will Kriterien für neue Standorte verschärfen

Nachsitzen heißt es morgen für die Kreistagsmitglieder in der Grevesmühlener Malzfabrik. Denn nachdem ihnen Orkan „Xaver“ im Dezember einen Strich durch die Rechnung machte, soll die Sitzung von 17 Uhr an fortgesetzt werden. Ein Thema dabei ist die Windenergie, die seit Monaten die Gemüter in Nordwestmecklenburg erhitzt. Einwohner fürchten, dass neue Eignungsräume für Windkrafträder quasi vor ihrer Haustür entstehen könnten.

Um das Konfliktpotential so gering wie möglich zu halten, wollen Kreistagsmitglieder dem Regionalen Planungsverband Westmecklenburg ein verschärftes Kriterienset mit größeren Abstandspuffern zu Wohngebieten, Tourismusräumen und Biosphärenreservaten vorlegen. Großen Wert legen Kreistagsmitglieder auch auf das Mitspracherecht der Gemeinden. Wörtlich heißt es in einem Antrag der CDU-Fraktion: „Hat die Gemeinde von ihrem Recht Gebrauch gemacht und das bestehende Windeignungsgebiet mit Bauleitplänen (F-Plan, B-Plan) feingeplant, so darf eine Überplanung nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Gemeinde erfolgen.“ Auch die Neuausweisung von Windeignunsgebieten bedürfe der ausdrücklichen Zustimmung der Gemeinde. Die Ausweisung der Gebiete müsse landschafts-, natur- und menschenverträglich gestaltet werden.

Der Abstandspuffer zu Biosphärenreservaten soll 1500 Meter betragen, zu Einzelhäusern und Splittersiedlungen im Außenbereich 1000 Meter und zu Tourismusschwerpunkträumen 2000 Meter. „Die Mindestabstands-Kriterien sind zwingend einzuhalten. Sie gelten auch für Anlagen zu Test- und Erholungszwecken für in der Region ansässige Unternehmen der Windenergiebranche“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Thomas Grote.

Der amtierende Landrat von Nordwestmecklenburg, Gerhard Rappen, warnt inzwischen vor übereilten Entscheidungen des Regionalen Planungsverbandes: „Hilfreich wäre zunächst eine Analyse der Beschlüsse, die die Koalitionäre in Berlin gefasst haben. Man sollte mögliche Auswirkungen erst einmal kennen, dann darüber diskutieren und sich in einem halben Jahr erneut damit befassen. Damit wäre allen Beteiligten wesentlich mehr gedient.“ Letztlich seien dies aber nur Apelle an die Verbandsversammlung des Regionalen Planungsverbandes, macht Rappen klar.


 

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erstellt am 15.Jan.2014 | 00:00 Uhr

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