Rieps: Bürger bündeln Informationen : Windkraftanlagen stehen auf dem Prüfstand

<strong>Windkrafträder  auch bei Rieps? </strong>Darüber wird in der Gemeinde diskutiert.<foto>dpa</foto>
Windkrafträder auch bei Rieps? Darüber wird in der Gemeinde diskutiert.dpa

„Winkrafträder in Rieps“ – um sich mit diesem Thema sachlich auseinanderzusetzen, haben Bürger jetzt eine Interessengemeinschaft gegründet. Sie wollen so die Debatte über die Vor- und Nachteile in Gang setzen.

svz.de von
27. März 2013, 10:56 Uhr

Rieps/Cronskamp | Errichtung von acht Windkraftanlagen im Gemeindedreieck Rieps-Thandorf-Schlagsdorf: Solch eine Planung wurde Anfang März auf der Gemeindevertretersitzung Rieps vorgestellt - und heftig kritisiert. Jetzt hat sich eine "Interessengemeinschaft Windkraft" in Rieps gegründet, die sachlich Pro und Kontra für diesen Windparkstandort abwägen, offene Fragen klären und Entscheidungen für die ansässigen Bürger transparent dokumentieren will.

"Wir sind weder ein Verein, noch eine Bürgerinitiative, sondern ein loser Zusammenschluss von Anwohnern, die sich dafür interessieren, was in der Region geschieht", sagt Sandra Strehle-Pollmann. Sie gehört zu den derzeit 18 Mitgliedern der Interessengemeinschaft Rieps, die sich vor eineinhalb Wochen formiert hat. Beim ersten Treffen, so Strehle-Pollmann, seien verschiedene Aspekte offen diskutiert worden. "Ein wesentlicher Konsens bestand darin, dass wir auch zukünftig gemeinsam agieren wollen", sagt die Cronskamperin. Das habe einerseits den Vorteil, dass man gegenüber der Gemeinde, der eventuellen Betreiberfirma oder auch gegenüber Kreis und Land als Gruppe auftreten könne, so dass die Gespräche konzentriert und sachlich geführt werden können. "Andererseits ist das gut, um uns gegenseitig - und auch unsere Nachbarn - über Für und Wider zu informieren sowie Termine und Planungsstände offen zu legen", erklärt Sandra Strehle-Pollmann und betont, dass der Interessengemeinschaft der Kontakt mit der Gemeinde wichtig sei, sie aber auch unabhängige Gutachter und Fachleute zu Rate ziehen wollen.

Denn die Windkraftanlagen sollen auf der knapp 90 Hektar großen Fläche im Gemeindedreieck Rieps-Thandorf-Schlagsdorf errichtet werden. Das hat Vor- und Nachteile. Nach Angaben des Projektbüros Naturwind sind bislang acht Windräder von bis zu 134 Meter Nabenhöhe geplant - einige davon nur rund 1000 Meter vom nächstgelegenden Wohnhaus in Rieps entfernt. Die Anwohner befürchten daher Belästigungen durch Lärm und Schattenwurf, die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes und den Werteverlust ihrer Grundstücke (wir berichteten).

Die Gemeindevertreter dagegen sehen in dem Projekt die Chance auf zusätzliche Einnahmen für die Kommune. Der Grund: Eine der Anlagen könnte auf gemeindeeigenem Land gebaut werden. Knapp fünf Millionen Euro würde der Bau kosten. Davon müsste die Gemeinde Rieps 20 Prozent selbst tragen. Die Nachbargemeinden Thandorf und Schlagsdorf sowie die Bürger und die Wemag könnten sich daran beteiligen in Form einer Beteiligungsgesellschaft. Bis zu 40 000 Euro könnten an Rieps aus der Verpachtung des Landes, Zahlung für Wegenutzung und Ausgleichsmaßnahmen fließen. Dazu kommen Bezüge aus der Gewerbesteuer und dem Stromverkauf.

Doch wann und ob überhaupt gebaut werden kann, ist noch offen. Denn das betreffende Gebiet ist bislang nicht zur Nutzung von Windkraftanlagen ausgewiesen. Dies könnte sich aber mit der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes im Oktober ändern.

Bereits heute trifft sich die Interessengemeinschaft wieder zum Informationsaustausch um 19 Uhr im Gemeindehaus Rieps. Interessenten sind willkommen. Eine zweite Informationsveranstaltung ist für Montag, 8. April, um 19 Uhr anberaumt. Eingeladen sind nicht nur die Bürger, auch Mitarbeiter des Planungsbüros Naturwind, Vertreter des Städte- und Gemeindetages sowie der Wemag. Auch Hans-Martin Buschhart, Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Rehna, wird erwartet. Dazu kommen Mitglieder aus Riepsdorf, der Partnergemeinde von Rieps. In dieser Gemeinde gibt es bereits Windräder und dementsprechend auch Erfahrungswerte.

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