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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

14. Dezember 2017 | 09:23 Uhr

Stöllnitz : Windkraft-Pläne liegen jetzt vor

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Giesela und Heinz-Ingram Rudolph wehren sich gegen Ausbaupläne. Öffentliche Beteiligung startet am 29. Februar

von
erstellt am 23.Feb.2016 | 23:54 Uhr

Die Natur, die Jagd, die Nähe zu den Tieren – all das beschert Giesela und Heinz-Ingram Rudolph glückliche Momente. Das scheint für das Stöllnitzer Paar Geschichte und nun eine eher trügerische Idylle zu sein. Grund: Die Ausbaupläne für Windkraft seien eine düstere Zukunftsvision für Mecklenburg-Vorpommern. Vor allem, seitdem die umfassenden Planungen für neue Eignungsgebiete für Windkraftanlagen öffentlich sind. Sie wehren sich gegen ein, wie Rudolphs sagen, „zweites Baikonur“, ein Land „wo die Menschen in der Nacht vor Windgeräuschen und roten Blinklichtern nicht in den Schlaf kommen“. Doch Stöllnitz ist längst kein Versuchsfeld mehr, sondern das Ergebnis einer Politik, die im Vergleich zur Atomkraft eine saubere Energiegewinnung anstrebt. Diese wird in den Dörfern in und um Stöllnitz teils akzeptiert und ebenso kritisiert.

Jetzt veröffentlichte der Regionale Planungsverband Westmecklenburg die Teilfortschreibung des Regionalen Raumentwicklungsprogramms zum Thema Energie. Im Fall Stöllnitz und der Flächen vor dem Haus der Rudolphs, erhält das Areal den Status Potenzialsuchraum, somit sprachen sich die Planer hier gegen eine Ausweisung als Eignungsbiet aus. Die Option einer Neubewertung will sich der Planungsverbandes allerdings offen halten, heißt es weiter. Eine Bewertung, die nach der öffentlichen Beteiligung erfolgt. Vom 29. Februar bis 30. Mai sind die Kommunen, Bürger und öffentliche Stellen aufgefordert, ihre Bedenken und Vorschläge einzureichen.

Fest steht: „Der Regionale Planungsverband will die Energiewende weiter aktiv gestalten.“ Das wiederum hat Auswirkungen auf kulturhistorische Flächen wie das Schlachtfeld Wakenstädt (1712). Der Entwurf enthält eine klare Ausweisung als Eignungsgebiet mit einer Fläche von 153 Hektar in Sichtachse zum Schlacht- und Gräberfeld.

Eine Entscheidung, die Bürgermeister Ulrich Howest verwundert. Soweit ihm aus Gesprächen mit dem Kulturhistorischen Verein bekannt sei, wollte Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) den Kulturhistorischen Verein unterstützen und das Bodendenkmal von der Suchraumliste nehmen lassen. „Warum diese Zusage nicht durchgestellt wurde, kann ich nicht nachvollziehen“, sagt Howest. Stattdessen wurde aus dem Suchraum ein Eignungsgebiet. Eine weitreichende Entscheidung, die die Entwicklung der Stadt Gadebusch beeinträchtigt. Howest: „Mit Auflösung des Kulturhistorischen Vereins sehen wir uns in der Pflicht, die Entwicklung des Areals voranzubringen.“ So habe der Hauptausschuss die Aufstellung eines touristisch ausgelegten Bebauungsplanes empfohlen. Damit gewinnt Gadebusch zwei Jahre Zeit für ihre Entwicklungsplanung. Howest: „Die Stadtvertretung wird über die Aufstellung am 7. März befinden.

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