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Infoveranstaltung in Gadebusch : Windkraft: Howest bezieht Stellung

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Gadebuscher Bürgermeister und die Gemeinde Pokrent laden morgen zu einer Infoveranstaltung zum Thema Windergie ein

von
erstellt am 20.Apr.2016 | 05:00 Uhr

Im Vorfeld einer Informationsveranstaltung zum Thema Windkraft hat Gadebuschs Bürgermeister Ulrich Howest Stellung bezogen. Er habe das Gefühl, dass Maß und Mitte verloren gegangen seien, wenn Investoren Windkraftanlagen mit einer Narbenhöhe bis zu 230 Metern bei Gadebusch errichten wollen. „Es gibt schon jetzt massiven Widerstand“, sagt Howest. Und er befürchtet nach eigenen Angaben, dass die Demokratie Schaden nehmen könne. Dies sei der Fall, wenn der Windpark trotz eines angestrebten Bürgerentscheides mit möglicherweise klarem Votum gegen den Willen der Einwohner errichtet werde. „Dann würden Äußerungen wie Bürgernähe und Demokrativerständnis als Lippenbekenntnisse einiger Politiker entlarvt.“ Es spiele keine Rolle, ob das Ergebnis des Bürgerentscheides juristisch verbindlich sei oder nicht. Entscheidend sei das politische Signal, das von dem Bürgerentscheid ausgehe. Bereits im Dezember 2014 hatte die Stadtvertretung beschlossen, dass keine weiteren Windkraftanlagen auf städtischem Gebiet errichtet werden sollen.

Morgen laden der Gadebuscher Bürgermeister und die Gemeinde Pokrent die Bürger zu einer gemeinsamen Informationsveranstaltung in den Saal der Gadebuscher Feuerwehr ein. Von 19 Uhr an geht es dann um die Fortschreibung des Regionalen Raumordnungsprogrammes Westmecklenburg und um Festlegungen für Eignungsgebiete von Windenergieanlagen.

„Es ist wichtig, dass möglichst viele Bürger zu dieser gemeinsamen Infoveranstaltung der Stadt und der Gemeinde Pokrent kommen“, sagt Gadeuschs Bürgermeister Ulrich Howest. Denn sie erhalten Informationen zum Planungsablauf und zum weiteren Verfahren. Die Verwaltungschefin des Amtes Lützow-Lübstorf, Iris Brincker, wird dazu Erläuterungen geben. Sie ist auch Mitglied des Planungsverbandes Westmecklenburg.

Eingeladen zu der Veranstaltung ist auch Mecklenburg-Vorpommerns Energieminister Christian Pegel (SPD). Vor Ort wird er wohl nicht sein. Denn er macht heute den Abflug zu einer dreitägigen Delegationsreise nach Moskau. Im Fokus stehen neben Logistik- und Handels- auch aktuelle Fragen der Energiepolitik. Gadebuschs Bürgermeister Ulrich Howest geht davon aus, dass der Minister einen kompetenten Vertreter zu der morgigen Infoveranstaltung in der Münzstadt entsendet. Denn es ist auch eine Diskussion mit den Bürgern geplant.

In einem Entwurf des Planungsverbandes sind derzeit im Gadebuscher Gemeindegebiet ein Eignungsraum an der B 104 südlich der Stadt sowie ein Suchraum an der B 208 westlich von Gadebusch ausgewiesen. Nach Angaben der Interessengemeinschaft „Gemeinsam gegen den Wind“ ist allein das Eignungsgebiet an der B104 so groß wie 400 Fußballfelder. 25 Windkrafträder sollen nach Angaben der Interessengemeinschaft dort errichtet werden. Weitere Gebiete seien in Planung.

Die IG befürchtet einen Verlust an Lebensqualität, den Verlust von Arbeitskräften in der Tourismusbranche und anderen Wirtschaftszweigen. Sie wird morgen vor und nach der Infoveranstaltung vor Ort sein und Fragen beantworten.

Nach Angaben des Energieministeriums hat sich die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien in den vergangenen zehn Jahren in MV versechsfacht. Derzeit stammen ca. 65 Prozent des erzeugten Stroms aus Erneuerbaren Energien. Über 55 Prozent dieses Stroms stammen laut Ministerium aus Windenergie. Zwischen 14 000 und 15 000 Arbeitsplätze sollen in MV in den vergangenen Jahren in der Branche entstanden sein.

 

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