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Windkraft-Gipfel in Gadebusch : Windkraft bleibt Streitthema

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

300 Besucher diskutierten beim Windkraft-Gipfel mit Energieminister Christian Pegel in Gadebusch

von
erstellt am 23.Feb.2017 | 21:00 Uhr

In Westmecklenburg herrscht offensichtlich nur noch die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm. Grund dafür ist ein heute bekannt gewordenes Urteil des Oberverwaltungsgerichtes Mecklenburg-Vorpommern. Es erklärt das regionale Raumordnungsprogramm Westmecklenburg 2011 hinsichtlich der Konzentrationsflächenplanung für Windenergieanlagen für unwirksam. „Überall im Außenbereich, egal ob Windeignungsgebiet oder nicht, könnte als Folge gebaut werden. Jeglich Anstrengung für eine vernünftige und kontrollierte Windparkplanung wäre damit für Katz’“, sagte heute Abend Heiko Böhringer der SVZ. Er ist Mitglied der Verbandsversammlung des Planungsverbandes Westmecklenburg.

Rolf Christiansen

Rolf Christiansen

Foto: Holger Glaner

Konkrete Folgen des Urteils sind derzeit noch unklar. „Wir werden uns dazu in der nächsten Vorstandssitzung des Regionalen Planungsverbandes darüber verständigen, wie wir damit umgehen werden“, kündigte Rolf Christiansen an. Er ist Landrat von Ludwigslust-Parchim und Vorsitzender des Regionalen Planungsverbandes Westmecklenburg.

Heute Abend weilte Christiansen in Gadebusch und nahm an einem Windkraftforum der Friedrich-Ebert-Stiftung teil. Ihm, Energieminister Christian Pegel und weiteren Forumsteilnehmern blies dabei ein zum Teil heftiger Gegenwind ins Gesicht. So forderte Silke Hansen von der Gadebuscher Interessengemeinschaft „Gemeinsam gegen den Wind“: „Lassen Sie endlich die Finger von unserer Heimat und unserem Land! Es ist unser Zuhause, deswegen kämpfen wir gegen diese entartete Windkraftpolitik – mit allen Mitteln.“

Energieminister Christian Pegel

Energieminister Christian Pegel

Foto: Holger Glaner

Der Kommunalpolitiker Matthias Wallner aus der Gemeinde Schildetal übte Kritik am Planungsverband. In seiner Gemeinde sollen in einem Ausgleichsgebiet für einen bereits bestehenden Windpark neue Anlagen hinzukommen. „Wir Gemeindevertreter stehen jetzt da wie die letzten Deppen. Uns glaubt niemand mehr“, sagte Wallner. Bürger hätten darauf vertraut, dass ein gültiger Flächenplan der Gemeinde Bestand hat.

Energieminister Christian Pegel verteidigte unterdessen die Energiepolitik des Landes MV. Für ihn ist die Entwicklung der erneuerbaren Energien in MV eine Erfolgsgeschichte. Er verwies u.a. auf das Bürger- und Gemeindebeteiligungsgesetz. Dieses soll Anwohnern und betroffenen Kommunen eine finanzielle Beteiligung an den Windkraftanlagen garantieren.

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