Kunstverein zeigt bis 21. April Werke des einstigen Weggefährten : Wiligrad erinnert an Michael Wirkner

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Typisch Wirkner: Dieses Bild gehört zum Zyklus "Hohes Land".

Michael Wirkner ist zurück in Wiligrad. Der Kunstverein zeigt eine Einzelausstellung mit Werken des Malers und Grafikers, der im Vorjahr aus dem Leben gegangen ist und viele Jahre mit dem Verein verbunden war.

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29. März 2013, 04:54 Uhr

Wiligrad | Michael Wirkner ist zurück in Wiligrad. Der Kunstverein zeigt im Schloss eine Einzelausstellung mit Werken des Malers und Grafikers, der im Vorjahr aus dem Leben gegangen ist und viele Jahre eng mit dem Verein verbunden war. Die Nachricht vom Freitod des 57-Jährigen im Sommer vorigen Jahres war daher für den Vereinsvorsitzenden Klaus J. Albert sowie die Mitstreiter und Wegbegleiter im Kunstverein ein Schock. Die bis zum 21. April laufende Ausstellung ist aber kein Nachruf, sie gibt vielmehr einen Einblick in das umfangreiche Schaffen von Michael Wirkner (1954 - 2012).

"Es ist schwer, das Gesamtwerk eines so produktiven Künstlers zu erfassen", erzählt Albert. Die Wiligrader Schau umfasst Werke aus den Jahren von 1985 bis 2012. "Die ältesten davon sind noch im Hochhausatelier auf dem Großen Dreesch entstanden", weiß Klaus J. Albert. Diese großformatigen Bilder empfangen nun den Ausstellungsbesucher auf Schloss Wiligrad. Diese als "Seestücke" bekannten Farbschüttungen bilden einen Schwerpunkt der Ausstellung. Nicht fehlen dürfen natürlich die "Köpfe". Diese schuf Michael Wirkner nach dem Tod seines Vaters, der an Krebs erkrankt war. 1985 wurde so zu einer Zäsur im Leben und Schaffen des Künstlers.

Den dritten prägenden Bereich nimmt das Thema "Hohes Land" ein. In diesem Zyklus stellt der gebürtige Chemnitzer das Erzgebirge dar. "Besonders hier ist seine eigene Technik, seine bestechende Pinselführung erkennbar", sagt der Metallbildhauer Albert. "Michael Wirkner schaffte es, mit ab strakten Darstellungen Landschaften zu formen." Markant an diesen Bildern stets der Horizont. Und während sich in den Bildern der Himmel nach oben hin öffnet, sackt der Boden in tiefen Farbschichten ab. Und wenn dann die dominante Farbe Schwarz war, spürt der Betrachter bis heute die Stimmungen, in der Michael Wirkner zu Werke ging. Doch nicht alle Arbeiten sind düster - auch sonniges Gelb und leuchtendes Orange sind zu finden.

"Mehr als 30 Malereien haben wir für diese Ausstellung zusammengetragen", ist Albert stolz. Sie stammen aus dem Privatbesitz von sieben Sammlern. Auch deshalb wird es diese Ausstellung so wohl nicht noch einmal geben. Hinzu kommen Grafiken, Radierungen und Skizzenbücher von Wirkner.

Auf der Empore des Treppenhauses findet sich zudem eine Auswahl von den Plakaten, die Michael Wirkner für mehr als 50 Ausstellungen des Wiligrader Kunstvereins geschaffen hat. Denn der gelernte Plakatmaler und studierte Grafiker und Typograf war von 1993 bis 1999 als Grafikdesigner und Kurator für den Kunstverein tätig. Auch danach blieb Michael Wirkner den Wiligradern stets verbunden. 2009 gestaltete er die Gemeinschaftsausstellung "Farbe Schwarz" mit Werken von 28 Künstlern aus ganz Deutschland, in der auch Bilder von ihm selbst zu sehen waren. 2009 konzipiert Wirkner für die Galerie von Schloss Wiligrad die Ausstellung "Körperlandschaften" mit Fotos von Manfred Paul.

Für die aktuelle Exposition haben Klaus J. Albert und seine Mitstreiter nun alle in Wiligrad zur Verfügung stehenden Ausstellungsflächen mit Werken von Michael Wirkner belegt. Ihr Weggefährte ist zurück - noch bis zum 21. April. Danach muss Platz gemacht werden für die nächste, große Personalausstellung in Wiligrad, die Bernhard Heisig gewidmet ist.

Betrachtet werden kann die Wirkner-Ausstellung im Schloss am Schweriner Außensee dienstags bis sonnabends jeweils von 10 bis 17 Uhr sowie sonntags von 11 bis 17 Uhr. Montags bleiben die Türen der Schlossgalerie eigentlich geschlossen, doch nicht am Ostermontag. Dann ist ebenfalls von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

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