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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

25. November 2017 | 12:37 Uhr

Bussgeld : „Wildpinkler“ müssen zahlen

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Wer beim Gang in die Büsche erwischt wird, kann zur Kasse gebeten werden . Die Klosterstadt hat damit bisher noch nicht zu kämpfen

svz.de von
erstellt am 08.Aug.2014 | 15:45 Uhr

Sommerzeit heißt Open-Air-Zeit auch in den Städten Gadebusch, Rehna und Lützow. In den heißen Monaten gibt es etliche Veranstaltungen, die hunderte Gäste zum Feiern an die frische Luft locken: Münzfest in Gadebusch, Klosterfest, Theodor-Körnerfest in Lützow oder Rehnaer Open-Air. Doch was tun, wenn plötzlich der Drang nach einer Toilette da ist, aber keine zufinden ist? Einfach an den nächsten Busch stellen, denkt sich manch einer. Doch wer muss, der darf nicht überall. Am Ende könnte eine dicke Rechnung stehen, denn die Kommunen können fürs „Wildpinkeln“ ein Bußgeld verteilen.

„Uns ist nicht bekannt, dass es bei uns ,Wildpinkler‘ gibt. Das war noch kein Thema bei einer Stadtvertretersitzung“, sagt Stadtvertreter Matthias Maack auf SVZ-Nachfrage. Er sei sich sicher, dass das Netz von Geschäften und Gaststätten im Zentrum der Klosterstadt funktioniere und keiner der Mitarbeiter einem in Not geratenen diese Bitten verwehren würde. „Bei mir im Geschäft fragen auch manchmal Leute, ob sie nur schnell auf die Toilette können. Natürlich sage ich da ja, das ist selbstverständlich“, sagt der Stadtvertreter bestimmend. Darüber hinaus gibt es eine öffentliche Toilette am zentralen Busbahnhof. Zwar ist diese im Moment aufgrund von Vandalismus defekt, doch „sie wird wieder eröffnet“, stellt Maack klar. Sollte es zwischenzeitlich zu „Wildpinklern“ kommen, werde der neu eingesetzte Ordnungshüter auch in dieser Angelegenheit seines Amtes walten müssen. Im Bereich des Amtes Lützow-Lübstorf sind Vorfälle mit „Wildpinklern“ aktuell nicht bekannt.

Die Landeshauptstadt Schwerin beispielsweise verlangt von „Wildpinklern“ ein Bußgeld in Höhe von bis zu 1000 Euro. Trotz etlicher öffentlicher Toiletten oder auch mobilen WC’s bei Großveranstaltungen zieht es in Schwerin viele mal schnell in die Büsche oder in eine stille Ecke. 100 bis 1000 Euro Strafgeld in Schwerin – diese Beträge werden im 1. Wildpinkel-Atlas der Adamous group angegeben. Der Aachener/Halberstädter Taschen-WC-Hersteller hat darin die Ergebnisse einer bundesweiten Umfrage zusammengefasst und diese Zahlen auf Anfrage von den Behörden zahlreicher Städte übermittelt bekommen. In der Praxis richten sich die Ordnungsdienstmitarbeiter in Schwerin aber nach dem bundesweit gültigen Ordnungswidrigkeitengesetz (Paragraf 17), das ganz allgemein Bußgelder von 5 bis 1000 Euro für begangene Ordnungswidrigkeiten vorsieht.

Den Angaben des 1. Wildpinkel-Atlas nach, werden in Rostock ebenfalls 5 bis 1000 Euro fällig, in Köln beispielsweise 40 bis 200 Euro, in Leipzig 35 bis 1000. In Berlin werden 20 Euro, in Bremen 50 Euro oder in Frankfurt 70 Euro pauschal abkassiert.

Bundesweit die höchsten Verwarngelder werden laut Umfrage in Hannover (5 bis 5000 Euro) und in Stuttgart (35 bis 5000 Euro) fällig. Eine 1000 Euro Strafe wurde in Schwerin für diese Unsitte noch nicht verhängt. In Rehna kam es, berichtet Matthias Maack, noch nicht dazu.

Der Rehnaer hat nicht nur als Stadtvertreter mit den Nöten der Leute zu tun. Als Chef von Maack-Event muss er bei seiner Open-Air-Veranstaltung für genügend Rückzugsorte sorgen: „Ich bin sicher, dass wir ausreichend mobile Toiletten auf dem Platz verteilt haben.“ Hinzu komme, dass neben den Toilettenwagen Zaunwachen stehen, die das Gelände bewachen, sodass niemand in die Verlegenheit zum Wildpinkeln kommen sollte.

 

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