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Deponie Ihlenberg: Angst vor Asbest in Selmsdorf : Wieder Protest: Anwohner befürchten Transporte

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Der Streit über geplante Asbestmüll-Transporte aus Niedersachsen quer durch Norddeutschland schwelt weiter. Vor den Toren der größten Sondermülldeponie Europas haben gestern erneut Einwohner demonstriert.

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erstellt am 09.Mär.2012 | 06:08 Uhr

Selmsdorf | Vor den Toren der größten Sondermülldeponie Europas haben gestern erneut Einwohner aus Nordwestmecklenburg gegen drohende Asbesttransporte aus Niedersachsen demonstriert. Sie befürchten, dass trotz des Neins aus MV und Schleswig-Holstein Transporte mit der gefährlichen Fracht zur Deponie Ihlenberg rollen könnten. "Wir haben Angst. Die Landesregierung in Schwerin muss bei ihrem Nein bleiben. Deshalb sind wir hier, um ihr den Rücken zu stärken", sagte Birgit Neumann aus Grieben. Sollten in Niedersachsen Laster mit Asbestschlamm heimlich beladen werden, kündigten die Demonstranten massiven Widerstand an. "Dann gehen wir hier auf die Barrikaden. Eine Asbestfaser reicht, um Krebs oder Asbestose zu erzeugen", sagte der Selmsdorfer Torsten Gehlken.

Selmsdorf Der Streit über geplante Asbestmüll-Transporte aus dem niedersächsischen Wunstorf quer durch Norddeutschland schwelt weiter. Die Landesregierungen Schwerin und Kiel hätten zwar ihr Veto gegen eine Entsorgung auf ihren Deponien eingelegt, jedoch werde die Region Hannover an den Transporten festhalten, befürchteten Anwohner der Deponie Ihlenberg in Selmsdorf im Kreis Nordwestmecklenburg gestern während einer erneuten Protestkundgebung. „Die Lkw kommen, und wenn sie erst mal probehalber bis zur Deponie rollen“, vermutete ein Sprecher der Bürgerinitiative, die zum Protest aufgerufen hatte. Wochenlang hatten Anwohner der Deponien Ihlenberg und Rondeshagen (Schleswig-Holstein) gegen die Transporte von insgesamt 170 000 Tonnen Asbestmüll gekämpft. Ob mit Erfolg, müsse sich erst noch zeigen, sagte der Sprecher. Es sei möglich, dass die Politik doch noch einknicke und die Transporte zulasse.
Bis Dienstag müssen die im November begonnen Bauarbeiten auf der Halde in Wunstorf wieder aufgenommen werden, hatte die Region Hannover festgelegt. Ein Abtransport wird damit wieder wahrscheinlicher. Der Sprecher der Region Hannover, Klaus Abelmann, sagte: „Es liegen alle öffentlich-rechtlichen Voraussetzungen dafür vor, die Transporte durchführen zu lassen.“ Zudem fehle es an schriftlichen Absagen der Länder Schleswig-Holstein und MV.
Die Anwohner der Deponien Rondeshagen und Ihlenberg haben derweil eine Alarmkette aufgebaut. Über eine Gruppe im Internet wolle man sich schnell gegenseitig informieren, sobald die Lkw rollen, sagte der Sprecher der Bürgerinitiative. dapd

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