zur Navigation springen

Widerstand in drei Ländern gegen Lkw-Plage auf der B5

vom

svz.de von
erstellt am 20.Jan.2010 | 07:00 Uhr

Redefin | Der Widerstand entlang der Bundesstraße 5 gegen die dortige Lkw-Plage formiert sich. Die Forderung vor allem an die Landespolitiker ist dabei klar: Die Bundesstraße muss für den durchgehenden Lkw-Verkehr, für die so genannten Maut-Flüchtlinge, schnell gesperrt werden. Als wirksamstes Mittel sahen die Bürgermeister von Städten und Gemeinden an der B 5, aber auch die Vertreter der immer stärker werdenden Bürgerinitiativen eine verkehrsrechtliche Anordnung des Landes.

Das ist das Ergebnis einer Tagung, die auf Initiative der Gemeinde Redefin stattfand. An der nahmen nicht nur Verwaltungschefs teil, die 40 000 Menschen entlang dieser Verkehrsachse vertreten, zugegen waren auch Vertreter aus Lauenburg. Enge Verbindungen gibt es ebenfalls zu Städten und Bürgern aus Brandenburg. Sie alle, so Boizenburgs Bürgermeister Harald Jäschke, hätten dasselbe Problem, das im Sinne der Bürger gelöst werden müsste. Das sei keine Bitte an die Politiker, sondern eine deutliche Forderung.

Beschlossen wurde in Redefin, den Widerstand in den drei Bundesländern Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg zu koordinieren und ab sofort vor allem die Landespolitiker in die Pflicht zu nehmen. Klar ist auch, dass sich der Protest vor allem auf die Zustände an der Bundesstraße 5 richtet. Inzwischen gibt es nämlich Forderungen auch von Bürgern, die an Zubringerstraßen zur B 5 wohnen und dort ebenfalls von der Lkw-Plage betroffen sind. Klar ist auch, dass es nicht um den regionalen Lkw-Verkehr gehen kann, sondern um die Lkw-Kolonnen, die z. B. von Berlin bis Hamburg auf der B 5 durchfahren und sich dabei nur selten an die Regeln halten. Eine Ausweitung der Mautpflicht auf die B 5 wäre aus Sicht der Betroffenen zwar auch eine Lösung, wird aber als aufwendiger betrachtet. Ein Nachtfahrverbot gehört nicht mehr zu den Forderungen, da auch die Belastungen am Tage für die Anwohner deutlich zugenommen haben. Damit ist vor allem die Lärmbelästigung gemeint.

Hier liegt auch ein Ansatzpunkt für eine mögliche Sperrung. Mit Messungen, die im Frühjahr ohnehin geplant sind, sollen die nötigen amtlichen Daten beschafft werden, die dem zunehmenden Lkw-Verkehr auf dieser wichtigen Bundesstraße ein Ende bereiten könnten.

Wie dramatisch die Lage ist, zeigt eine amtliche Zählung vom Sommer 2009 in Lauenburg-Ost. Dort wurden binnen 24 Stunden 1692 Lkw über 12 Tonnen auf der Straße gezählt. Kein Wunder, dass die Bürger sich überall wehren.

Verkehrsminister Schlotmann scheint das Thema langsam zu erkennen. Immerhin forderte er nach einer Agenturmeldung die Abschaffung der Lkw-Maut und beklagte die Maut-Flucht sowie den zunehmenden Lkw-Verkehr auf Bundesstraßen. Die Anwohner müssten vor den Folgen dieser Verkehrsverlagerung geschützt werden. Er habe sich deshalb an Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) gewandt und ihn aufgefordert, die Folgen der Lkw-Maut unter diesen Gesichtspunkten zu untersuchen.

Doch an diesen Weg glaubt niemand, alle sehen klar das Land in der Pflicht, dass die B 5 für die Kolonnen der 40-Tonnen-Kolosse sperren soll.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen