Streuobstwiese in Kneese : Wertpapierverkauf ermöglicht Pflanzaktion

Alte Obstbaum-Sorten wie der Danziger Kantapfel wurden auf der Streuobstwiese in Kneese gepflanzt. Im Bild: Der Obstbauer, Agraringenieur und Diplom-Ökologe Jochen Schwarz. Er betreibt mit seiner Familie im Unesco-Biosphärenreservat Schaalsee die Mosterei Kneese.
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Alte Obstbaum-Sorten wie der Danziger Kantapfel wurden auf der Streuobstwiese in Kneese gepflanzt. Im Bild: Der Obstbauer, Agraringenieur und Diplom-Ökologe Jochen Schwarz. Er betreibt mit seiner Familie im Unesco-Biosphärenreservat Schaalsee die Mosterei Kneese.

Mit Erlösen aus verkauften Streuobst-Genussscheinen konnten in dem Ort alte Obstbaum-Sorten gepflanzt werden

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06. März 2016, 21:00 Uhr

Das Land MV setzt weiterhin auf ökologische Wertpapiere. Das kündigte Umweltminister Till Backhaus (SPD) in Kneese an. Dort wurden mit Erlösen aus bisher verkauften Streuobst-Genussscheinen Obstbäume gepflanzt und beschnitten.

Der Genussschein kostet zehn Euro. Er wurde im Frühjahr vergangenen Jahres erstmals herausgegeben und seitdem 1350 Mal verkauft. „Dadurch konnten wir rund 13 000 Euro in die Anlage und in den Erhalt von Streuobstwiesen investieren“, sagte Backhaus.

Gepflanzt wurden in Kneese alte Obstbaum-Sorten wie der Danziger Kantapfel, der für Mecklenburg typische Gelbe Richard oder der Finkenwerder Herbstprinz, sagte Jochen Schwarz in Kneese. Er ist Obstbauer, Agraringenieur, Diplom-Ökologe und betreibt mit seiner Familie im Unesco-Biosphärenreservat Schaalsee die Mosterei Kneese. Nach seinen Angaben soll die Streuobstwiese auch Bestandteil eines Umweltbildungsprojektes für Schüler, Studenten und interessierte Laien werden. Mit Hilfe eines Monitoring-System solle dabei untersucht werden, welche Pflanzen und Tiere dort leben. „Jedes Jahr, so meine These, wird sich das verändern und die Vielfalt größer werden“, so Jochen Schwarz.

Streuobstwiesen gehören nach Angaben des Umweltministerium zu den artenreichsten Lebensräumen Mittel- und Westeuropas. Sie können etwa 5000 Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum geben. „Ihr Erhalt beziehungsweise ihre Neuanlage ist daher ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Biodiversität. Mit dem Streuobstgenussschein haben wir ein Instrument geschaffen, welches private Investitionen in diesen Bereich ermöglicht“, sagte Minister Till Backhaus in Kneese. Vertrieben wird der Genussschein über die Akademie für Nachhaltige Entwicklung. Von dort wird auch der im Dezember 2015 durch Backhaus berufene Vergaberat geleitet.

Der Genussschein ist neben der Waldaktie und den MoorFutures das inzwischen dritte ökologische Wertpapier in MV. Die Waldaktie wurde seit 2007 etwa 75 000 Mal verkauft, wodurch rund 750 000 Euro für zusätzliche Aufforstungen bereit gestellt werden konnten. „Die MoorFutures haben seit 2011 allein in MV 400 000 Euro für die Moorwiedervernässung eingebracht“, rechnete Backhaus vor. Mit den drei Wertpapieren gehöre MV weltweit zu den Vorreitern

Wie schon bei der Waldaktie und den MoorFutures engagiert sich auch die Wemag finanziell bei den Streuobstwiesen-Genusscheinen. „Die Artenvielfalt der Streuobstwiesen ist eine wesentliche Grundvoraussetzung dafür, dass die Natur überhaupt Ökosystemleistungen erbringen kann. Ihren Erhalt zu sichern, ist eine Aufgabe für Jeden“, betonte Wemag-Vertriebsleiter Michael Hillmann.  

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