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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

21. November 2017 | 09:30 Uhr

Schlagsdorf : Wer zahlt künftig den Schulbus?

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Kreistag will bis Ende März 2016 Gleichbehandlung bei der Fahrtkostenübernahme zu örtlich unzuständigen Schulen erreichen

svz.de von
erstellt am 16.Dez.2015 | 16:16 Uhr

Gleichbehandlung ist das aktuelle Zauberwort in der Debatte um die künftige Kostenübernahme der Schülerbeförderung zur so genannten örtlich unzuständigen Schule. Wer zahlt wieviel? Was müssen die Eltern hinblättern, was der Kreis?

Ein nicht ganz einfacher Erklärungsversuch. Derzeit besuchen von zwölf Schlagsdorfer Gymnasiasten nur zwei das für Abiturienten dieses Ortes zuständige Gymnasium in Schönberg. Die Kosten ihrer Schülerbeförderung übernimmt der Landkreis. Die übrigen zehn Gymnasiasten indes drücken in Gadebusch die Schulbank. Die Eltern derjenigen Schüler, die ihre Kinder auf eigenen Wunsch in die Münzstadt schicken, müssen die Kosten allerdings selbst tragen. Denn für Schlagsdorf ist das Gadebuscher Gymnasium eine örtlich unzuständige Schule.

„1300 Schüler besuchen derzeit eine örtlich unzuständige Schule“, sagt Kerstin Weiss. Nach Angaben der Landrätin übernehmen davon die Eltern von 900 Schülern die Kosten für eine Monatskarte in Höhe von künftig 75 Euro komplett allein, weil die Schule in eine völlig andere Wegrichtung liegt, als die eigentlich zuständige Bildungseinrichtung.

Bei weiteren 400 sollten die Beförderungskosten sogar doppelt so hoch ausfallen. Denn die betroffenen Schüler legen einen Teil ihres täglichen Schulwegs auf genau derselben Strecke zurück, die auch zu ihrer örtlich zuständigen Schule führt. 75 Euro müsste einerseits der Landkreis für diese eine Monatsfahrkarte hinblättern. Für das davon abweichende Teilstück bis zur örtlich unzuständigen Schule indes sollten die Eltern für eine dann notwendige weitere Monatskarte nochmals 75 Euro aus eigener Tasche dazuzahlen. Denn das vom Landkreis bezahlte Ticket gilt nur für die Fahrt bis zur zuständigen Schule. Darüber hinaus braucht es eine separate Monatskarte. „Das kann so doch nicht gewollt sein“, sagt ungläubig SPD-Fraktionschef Wolfgang Glaner.

Für insgesamt 400 Schüler würden also Fahrtkosten in Höhe von 150 Euro monatlich anfallen, für die anderen 900 exakt die Hälfte, weil die sich ohnehin eine reguläre Monatsfahrkarte kaufen müssen. Ungleichbehandlung Teil eins. „Das kann man doch niemandem erklären“, sagt Kerstin Weiss. Diese Regelung würde darüber hinaus den jährlichen Kreishaushalt mit knapp 300  000 Euro netto mehr als gewollt belasten.

Also hat sich der Kreistag zu einer zeitlich begrenzten dreimonatigen Kompromisslösung durchgerungen. Bis zum 31. März kommenden Jahres sollen neue Vorschläge erarbeitet werden, die zu einer Gleichbehandlung der Schülergruppen führen soll.

Bis dahin betragen die monatlichen Beförderungsentgelte für Schüler, die an der örtlich zuständigen Schule quasi vorbeifahren, vorerst nur 75 Euro. Diese teilen sich Landkreis und Eltern jeweils zur Hälfte.

Doch da kommt Teil zwei der Ungleichbehandlung auf die Tagesordnung. Denn während der elterliche Haushalt auf der einen Seite mit nur 37,50 Euro im Monat belastet wird, müssen die anderen die Beförderung ihrer Kinder komplett aus eigener Tasche begleichen. CDU-Kreistagsmitglied und Bürgermeister der Gemeinde Groß Molzahn, Karl-Heinold Buchholz, fordert deshalb: „Wir brauchen eine Lösung für alle Schüler.“

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