Gadebusch : Wer rettet das Schloss?

Das Gadebuscher Schloss
Das Gadebuscher Schloss

Denkmal in Not: Der Eigentümer ist hier klar in der Pflicht, die Behörden können nur bedingt eingreifen und warten

svz.de von
18. März 2015, 00:16 Uhr

Wer rettet das Schloss Gadebusch? Diese Frage stellen sich viele besorgte Einheimische nicht erst seit gestern. Doch seit dem Bericht „Schloss-Odyssee nimmt kein Ende“ in unserer gestrigen Ausgabe flammt die Diskussion wieder auf.

Das Schloss befindet sich in einem erbarmungswürdigen Zustand. Von den Eigentümern, dem Verein „Hoffnungsgut“, fehlt jede Spur. Doch genau der ist als Eigentümer laut Denkmalschutzgesetzt Mecklenburg-Vorpommern zuallererst für die Erhaltung des historisch wertvollen Ensembles zuständig. Erst, wenn „Hoffnungsgut“ dieser Pflicht nicht mehr nachkommt, können die Behörden mittels einer so genannten Ersatzvornahme eingreifen. Dies bedeutet, dass Denkmalschutzbehörden immer dann eingreifen und entsprechende Maßnahmen einleiten können, wenn der Zustand eines Denkmals dies zu seiner Instandhaltung, Instandsetzung oder zu seinem Schutz sowie zur Abwendung einer unmittelbaren Gefahr für dessen Bestand erfordert.

Im Rahmen des Zumutbaren können hier entstehende Kosten den Eigentümern zumindest teilweise aufs Auge gedrückt werden. Auf dem Rest bliebe im Fall des Gadebuscher Schlosses dann allerdings der finanziell ohnehin nicht auf Rosen gebettete Landkreis sitzen.

Fakt ist: Der Verein „Hoffnungsgut“ kommt seiner Erhaltungs- und Sicherungspflicht nicht nach. Auch ein Nutzungskonzept liegt nicht vor, bestätigte die Kreisverwaltung auf SVZ-Anfrage. „Der Landkreis als Untere Denkmalschutzbehörde wird schriftlich Kontakt zum Denkmaleigentümer aufnehmen und diesen unter Setzung einer angemessenen Frist an die Erhaltungspflicht erinnern“, erklärte Pressesprecherin Petra Rappen. „Nach fruchtlosem Ablauf dieser Frist wird ein ordnungsbehördliches Verfahren zur Sicherung des Denkmales eröffnet.“ Dieses Schreiben werde noch am heutigen Mittwoch mit Postzustellungsurkunde auf den Weg gebracht.

Doch auch das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern kann hier nicht wirklich helfen. Als Fachamt leistet dieses zwar wertvolle inhaltliche Arbeit und wird in verschiedene Genehmigungsprozesse einbezogen. Entscheidungshoheit allerdings hat einzig und allein der Landkreis Nordwestmecklenburg mit der Unteren Denkmalschutzbehörde.

Anette Mittring schüttelt nur verständnislos den Kopf, wenn sie von solchen Geschichten Kenntnis erlangt. „Ich kenne das Schloss Gadebusch. Helfen kann die Stiftung aber erst auf Antrag der Eigentümer. Unser Vorstand wählt dann einmal im Jahr förderungswürdige Projekte aus den Bewerbungen aus“, sagt die Projektreferentin für Denkmalförderung bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

In Nordwestmecklenburg konnte diese in Deutschland mittlerweile größte Bürgerinitiative in Sachen Denkmalschutz in der Vergangenheit bereits vielen Denkmälern zumindest zu altem Glanz mit verhelfen. Ein Kontakt mit den Eigentümern des Gadebuscher Schlosses indes ist der Potsdamerin nicht bekannt.

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