Verbrechen : Wenn es an der Wohnungstür klopft

Jens Strohschein, Martina Tegtmeier und Angelika Becker (v. l.) in Lützow.
Jens Strohschein, Martina Tegtmeier und Angelika Becker (v. l.) in Lützow.

Falsche Polizisten und Handwerker – Polizei und Opferhilfe warnen vor dubiosen Haustürgeschäften

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03. August 2015, 23:39 Uhr

Zeitschriftenabo, Staubsauger, Kaffeebecher - das und vieles mehr kann man bei Haustürgeschäften erwerben. Doch Vorsicht, denn es kann sehr schnell sehr teuer werden.

Martina Tegtmeier vom Weißen Ring und Angelika Becker, Präventionsbeauftragte der Polizei Wismar, warnten bei einer Veranstaltung in Lützow vor den Tricks und Maschen dubioser Vertreter, aufdringlicher Verkäufer und falscher Polizisten an der Haustür.

„Wenn es an der Tür klingelt, diese nicht sofort öffnen“, sagt Martina Tegtmeier. „Erst vergewissern, wer da vor der Tür steht.“ Falls es keine Sprechanlage und keinen Türspion gebe, dann wären eine Kette oder ein Sperrbügel eine Überlegung wert, auch wenn es nur ein kleines Hindernis seien, so Tegtmeier.

Besonders dreist: Fälle mit falschen Polizisten häufen sich. „Falls ein Beamter vor der Tür steht, haben sie immer das Recht, seinen Dienstausweis zu sehen“, warnt die Polizistin Becker. Wer unsicher ist, kann auch den Notruf 110 wählen und nachfragen.

„Gesundes Misstrauen ist nicht unhöflich“, versichert Martina Tegtmeier. „Sollten sie unsicher sein, dann die Tür schließen und die Person draußen warten lassen, während sie sich telefonisch vergewissern, mit wem sie es zu tun haben“, sagt sie.

Wichtigster Rat: Keine fremden Personen in die Wohnung oder das Haus lassen. „Sollte jemand in einer Notlage an der Tür klingeln und telefonieren oder ein Glas Wasser wollen, dann nicht in die Wohnung lassen“, warnt Martina Tegtmeier. Helfen sollte man natürlich trotzdem. Aber mit Vorsicht. Den erbettenen Anruf selbst tätigen und so lange die Tür geschlossen. Auch während das Glas Wasser geholt wird. Denn die Maschen der Kriminellen sind ausgefeilt. So nutzen sie die Zwischenzeit, um ungehindert das Haus auszuspionieren oder nach Wertvollem zu suchen und zu stehlen.

Bei Zeitschriftenwerbern, den so genannten Drückerkolonnen, ist auch Obacht angesagt: So erzählen die Verkäufer eine persönliche Leidensgeschichte, um an Geld zu kommen. Die aber seien erfunden.

Es gibt auch immer wieder falsche Handwerker, das wurde vor allem nach dem großen Unwetter in Bützow deutlich. „Jeder Handwerker kündigt seinen Besuch vorher an, z. B. durch einen Aushang oder eine Nachricht im Briefkasten. Das gilt natürlich nicht, wenn sie diesen selbst bestellt haben“, sagt Polizistin Becker. „Falls bei einem Haustürverkauf doch mal einen Vertrag unterschrieben wurde, kann der innerhalb von 14 Tagen storniert werden.“ Doch Vorsicht: Das Kleingedruckte und das Datum beachten. „Sollte der Vertrag zurückdatiert sein, haben sie Pech“, warnt Martina Tegtmeier. Polizistin Becker kann sich dem nur anschließen: „Drehen sie den Zettel um, sonst haben sie vielleicht drei Zeitschriften abonniert.“

Leichtes Ziel für Einbrecher ist Bargeld, weshalb Martina Tegtmeier empfiehlt, nicht mehr als nötig zuhause aufzubewahren.

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