ortschronistentreffen : Wenn einer eine Chronik schreibt

Gut 90 Ortschronisten trafen sich zum alljährlichen Austausch erstmals auf Schloss Bothmer – so viele wie noch nie.
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Gut 90 Ortschronisten trafen sich zum alljährlichen Austausch erstmals auf Schloss Bothmer – so viele wie noch nie.

Werner Möller aus Rosenow war einer von gut 90 Teilnehmern der 20. Fachtagung für Ortschronisten auf Schloss Bothmer

svz.de von
22. November 2015, 17:00 Uhr

„Ich finde immer wieder etwas“, sagt Werner Möller. Der 67-Jährige ist Ortschronist von Rosenow, veröffentlichte im Jahr 2008 die Chronik des Lützower Ortsteils und war am Sonnabend einer von gut 90 Teilnehmern der 20. Fachtagung für Ortschronisten auf Schloss Bothmer in Klütz. „So viele Teilnehmer wie noch nie. Das liegt bestimmt auch an dem besonderen Veranstaltungsort“, sagt Klaus Ramisch, Sachgebietsleiter Kultur und Archiv beim Landkreis Nordwestmecklenburg.

Und so inspizierte auch Werner Möller zwischen Vorträgen zu den verschiedensten Themen das aufwendig sanierte Schloss Bothmer. „Das wollte ich mir schon immer mal von innen ansehen“, sagt der Rosenower beim Rundgang durch den früheren Herrensitz. Der 67-Jährige kennt sich aus und hat eine Vorstellung von dem, was Restaurateure und Kuratoren geleistet haben müssen. 20 Jahre lang hat er selbst für die Rosenower Ortschronik recherchiert. „Ursprünglich wollte ich eigentlich nur wissen, welches der Häuser das älteste in unserem Dorf war. Das ließ sich immerhin bis ins 13./14. Jahrhundert zurückverfolgen“, erzählt er. Im Ergebnis fand der Rentner auch heraus, dass viele alte Namen im Ort nicht mehr vorhanden sind, Rosenow sich mächtig verjüngt habe.

Doch 2008 ist lange her. „Seit der Veröffentlichung meiner Chronik ist viel Zeit ins Land gegangen“, erzählt Werner Möller. Das Interesse an der eigenen Vergangenheit hingegen sei ungebrochen. Erst vor einer Woche hätte Lützows Bürgermeister Tino Waldraff ihn gebeten, die den Zeitraum von 1894 bis 1945 umfassende Kirchen-Chronik von Pokrent leserlich zu gestalten. „Zur Freude des Pastors“, sagt der Ortschronist. Darin wurde über die Anzahl der Abendmahle genauso detailliert Buch geführt wie über Heimatgeschichte. Vom Wetter über die Ernte bis zu Unfällen. Dies sei eine ganz neue Quelle für den Geschichtsforscher.

Und dann soll auch die Rosenower Ortschronik noch einmal aktualisiert werden. Das Kirchenarchiv soll auch hier als Quelle dienen. „Dort kann man zurückverfolgen, wer hier geboren wurde oder starb und wer wen geheiratet hat. Mal sehen, was dabei herauskommt.“

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