zur Navigation springen
Gadebusch-Rehnaer Zeitung

23. November 2017 | 16:09 Uhr

Bernstorf : Wenn ein Alpaka im Flur steht

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Das Biohospiz und Refugium Schloss Bernstorf erfreut seine Bewohner mit einem besonderen tierischen Gast.

svz.de von
erstellt am 20.Jan.2015 | 08:00 Uhr

Für Margarete Gübner beginnt der Tag eigentlich wie immer. Sie ist erst seit kurzem Bewohnerin des Biohospiz und Refugium Schloss Bernstorf und muss sich noch einleben. Umso überraschter ist die 79-Jährige, als auf einmal ein Tier im Hauseingang steht. Und dazu noch ein Alpaka. „Es war das erste Mal, dass ich so ein Tier gesehen habe und gleich so nah“, schwärmt sie. „Ich habe mich gleich in Leopolds stolzen Gang und die schönen Augen verliebt.“ Und damit ist Margarete Gübner nicht allein. Auch der 66-jährige Günther Wahls ist hellauf begeistert vom tierischen Besuch. Für ihn ist es bereits das zweite Mal, dass er mit dem Therapie-Alpaka zu tun hat. „Wir kennen uns schon und sind Freunde“, lächelt er.

Immer an Leopolds Seite ist sein Besitzer Marco Holter. Der 43-Jährige kam eher zufällig auf die Idee, sich diese Kamelart anzuschaffen. „Wir haben ein sehr großes Grundstück und wollten eigentlich nur das Gras niedrig halten. Die Kinder haben sich Ziegen gewünscht, die kamen aber nicht in Frage“, erklärt er. „Durch einen guten Bekannten kamen wir dann auf die Alpakas.“ Nachdem sich Marco Holter und seine Frau dann intensiv belesen und einige Züchter besucht hatten, kauften sie im Oktober 2012 zwei Tiere. Leopold und Bambi waren zu diesem Zeitpunkt gerade mal ein halbes Jahr alt. Beim Züchter erfuhr der 43-jährige Einzelhandelskaufmann, dass Leopold vielleicht das Potenzial zum Therapietier habe, da er so neugierig sei. Inzwischen ist der zwei Jahre und acht Monate alte Hengst ein ausgebildetes Therapietier.

„In der Ausbildung hat Leo vor allem gelernt, in allen Situationen ruhig zu bleiben. Daher gehörten laute Musik, schnelle Bewegungen, das Laufen über Treppen und mehr zu seinen Lerneinheiten.“ Wichtig sei aber, dass man, anders als beim Hund, den Willen des Tieres nicht brechen könne. Außerdem würden die Alpakas keine Kommandos im klassischen Sinne kennen. „Aber wenn Halfter und Leine dran sind, ist Arbeit angesagt. Das weiß Leo auch“, berichtet Marco Holter stolz. Und auch das Tier scheint an seinem neuen „Beruf“ Freude zu haben. „In der Diakonie gibt es dieses eine autistische Kind, dass Leos absoluter Liebling ist. Die beiden kommunizieren mit Lauten auf einer besonderen Ebene und sobald dieser Junge in Sicht ist, sind alle anderen abgeschrieben.“ Bei seinem Termin im Schloss Bernstorf hat das neugierige Alpakamännchen aber am meisten Augen für die Leckerlis, die auch Margarete Gübner und Günther Wahls verfüttern dürfen.

Der Besuch sei ein voller Erfolg gewesen, meint auch Dr. Britta Weberling, die für die Öffentlichkeitsarbeit des Hospizes zuständig ist. „Es ist immer wieder schön zu sehen, wie viel Freude Tiere unseren Bewohnern bereiten. Vor allem, da sie einfach da sind, ohne etwas zu fordern.“ Die 55-jährige engagiert sich mit Herzblut für das Wohl der Bewohner und sei stolz darauf, mit ihrer Arbeit so viel Leid lindern zu können. „Bei uns hat das Sterben keinen Vorrang. Wir sind ein Haus des Lebens und möchten auch unseren Bewohnern immer wieder Höhepunkte bieten.“  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen