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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

16. Dezember 2017 | 00:51 Uhr

Bestandsaufnahme : Weniger Wintervögel gezählt

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Bei einer Bestandsaufnahme sind deutschlandweit weniger Wintervögel als im Vorjahr gezählt worden.

svz.de von
erstellt am 06.Jan.2014 | 21:45 Uhr

Eva und Helmut Glaser sind Vogelliebhaber. Im Winter versorgt das Ehepaar in seinen zwei Futterhäuschen Vögel mit Futter. Wenn es denn kalt ist. Und dann beobachten die Hobbyornithologen die Vögel, die sich bei ihnen im Garten niederlassen. Per Telefon teilen sie ihre Ergebnisse dann dem Naturschutzbund (Nabu) mit, der in jedem Jahr eine Winter- sowie eine Sommervogel-Zählung durchführt.

Doch in diesem Jahr zählt das Ehepaar aus Schaddingsdorf keine Piepmätze in ihren Vogelhäuschen. „Das Wetter ist so offen, da kommen die Tiere nicht so raus und es fehlt dann die Vielfalt“, sagt Eva Glaser. Lediglich einige Meisen, Spatzen und Kleiber hätten sie gesehen. „Die Vögel finden ja genug Futter draußen“, sagt die Rentnerin. „Wenn wir jetzt zählen würden, ergebe das ja ein falsches Bild, als gebe es die anderen Vögel gar nicht. Das ist ja nicht richtig.“ Deshalb hätten sie und ihr Mann das erste mal seit drei Jahren nicht bei der Vogelzählung mitgemacht.

Die Glasers scheinen keine Ausnahme zu sein: Im Vorjahr hatten deutschlandweit fast 93 000 Vogelfreunde an der „Stunde der Wintervögel“ teilgenommen. Insgesamt gingen Meldungen aus mehr als 63 000 Gärten und Parks mit mehr als 2,7 Millionen Vögeln ein. Doch in diesem Jahr sieht es ganz anders aus: Bis zum Montagmorgen hatten lediglich rund 36 000 Teilnehmer aus 26 000 Gärten eine Million Vögel gemeldet.

Diese Ergebnisse bilden nun eine Basis und es zeigt sich, dass die wichtigsten Trends aus der frühen Phase der Aktion Bestand haben. Insgesamt zeigen sich in den Gärten und Parks etwas weniger Vögel als im Vorjahr, im Durchschnitt genau 40 je Beobachtungsort und damit minus acht Prozent. Dramatische Rückgänge sind bei einzelnen Arten aber kaum zu verzeichnen, am ehesten noch bei Invasionsvögeln, deren Einflüge von Winter zu Winter aber ohnehin extremen Schwankungen unterliegen. So ließen sich im Vorwinter viermal so viele aus Skandinavien und Sibirien eingeflogene Seidenschwänze bei uns blicken. Derzeit beschränken sich die Nachweise dieser bunten Beerenfresser vor allem auf Vorpommern und das nordöstliche Brandenburg, abgeschwächt noch auf die Großräume Kiel und Hamburg sowie vereinzelt in Mainfranken und bei München. Andererseits treten mit Binden- und Kiefernkreuzschnabel neue Wintergäste auf, allerdings nur in Einzelexemplaren.

Bestätigt haben sich auch die sich früh abzeichnenden Beobachtungs-Rückgänge von Kohlmeise und Grünfink. Zwar zeigt die Kohlmeise in absoluten Zahlen die größten Verluste aller Arten, dies aber von einem sehr hohen Ausgangsniveau, so dass die jetzigen Werte noch in der bekannten normalen Schwankungsbreite liegen. Beim Grünfink dagegen führt der erneute Rückgang um fast 30 Prozent leider den Trend der Vorjahre fort. Teilweise ebenfalls recht deutlich abgenommen haben die Beobachtungen typischer Waldarten wie Buntspecht, Kleiber, Hauben- und Tannenmeise. Hier darf zunächst angenommen werden, dass aufgrund der Witterung diese Arten bisher noch in den Wäldern reichlich Nahrung finden und daher weniger in die Dörfer und Städte drängen.

Vogelfreunde können noch bis zum 14. Januar ihre Zählstände unter www.stundederwintervoegel.de einreichen.
 

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