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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

22. August 2017 | 15:06 Uhr

Wahlen 2014 : Wenig Interesse an Landratswahl

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Schwache Wahlbeteiligung von 22,5 Prozent sorgt für Diskussionen. Kerstin Weiss erhielt 16 728 von möglichen 132 522 Stimmen

Die Landratswahl sorgt für Diskussionsstoff: Bei Facebook und auf der SVZ-Internetseite gehen die Meinungen auseinander. Leser schreiben von einer „demokratischen Farce“ und offensichtlichem Desinteresse der Bürger.

Denn obwohl Kerstin Weiss 57 Prozent der Stimmen erhielt, kann von einem großen Sieg kaum die Rede sein: Von insgesamt 132 522 Wahlberechtigten im Landkreis Nordwestmecklenburg gingen am Sonntag lediglich 29 766 zu den Urnen. Die Wahlbeteiligung belief sich auf nur 22,5 Prozent. Auf Wahlsiegerin Kerstin Weiss entfielen 16 728 Stimmen. „Da kann man wohl nicht von durchsetzen“, sprechen, so ein Facebook-Kommentator. Leser Thilo Mundt meint dazu: „Rege dich lieber darüber auf, dass 100 000 nicht Wählen gegangen sind. Wir haben Gott sei Dank eine Demokratie und wenn man das nicht ausnutzt – dann selber Schuld.“ Dennis Klüver stuft die Direktwahl als „Farce bei so wenig abstimmenden Bürgern“ ein.

Im Vergleich: Zu den Wahlen am 25. Mai gingen noch 64 211 Wähler – also 34 445 Menschen mehr. Die Beteiligung lag bei 48,4 Prozent. Eine stärkere Wahlbeteiligung gab es zumindest in Boltenhagen. Mit 40 Prozent lag die Quote doppelt so hoch wie im Kreisdurchschnitt. Allerdings fanden hier zeitgleich auch die Stichwahlen der Bürgermeister statt – Kommunalpolitik, die ganz nah am Bürger dran ist. Die höchste Wahlbeteiligung fand sich in Metelsdorf (50,3 Prozent), die geringste mit 5,8 Prozent in Perlin.

Eine niedrige Beteiligung, die die Direktwahl des Landrates in Frage stellt. Seit 2001 werden die Landräte in MV direkt gewählt. Als Amtsinhaber gilt, wer mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen erhalten hat, erklärt Petra Rappen, Sprecherin des Landkreises NWM. „Bei mehreren Kandidaten – wie in diesem Fall der Landratswahl – gibt es hierfür keine Mindestwahlbeteiligung.“

In Schleswig-Holstein gab es bereits vor drei Jahren eine Abkehr von der Direktwahl. „Hintergrund war meiner Kenntnis nach, eine unzureichende Wahlbeteiligung“, berichtet der Pressesprecher des Kreises Herzogtum Lauenburg, Karsten Steffen. Die Stelle des Landrates wird hier nun öffentlich ausgeschrieben und dieser vom Kreistag gewählt.

Eine Rückkehr zur Wahl durch den Kreistag sei in NWM nicht ohne Weiteres möglich, sagt Petra Rappen. „Der Landtag müsste dies beschließen.“ Die Vorbereitungen für eine neue Beschlussfassung müsste zudem das Innenministerium treffen.

 





 

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erstellt am 17.Jun.2014 | 00:00 Uhr

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