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Piraten Open-Air-Theater Grevesmühlen : Weiterer "Pirat" geht von Bord

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Nach dem Zuschlag eines Pachtvertrages an die Adventure Production Grevesmühlen GmbH hat ein weiterer "Pirat" Grevesmühlen den Rücken gekehrt: Frank Markwardt. Der Schauspieler und Berater zog gestern den Schlussstrich.

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erstellt am 01.Feb.2012 | 07:15 Uhr

Grevesmühlen | Nach dem Zuschlag eines Pachtvertrages an die Adventure Production Grevesmühlen GmbH hat ein weiterer "Pirat" Grevesmühlen den Rücken gekehrt: Frank Markwardt. Der Schauspieler und Berater war im vergangenen Jahr zusammen mit Martin Semmelrogge und weiteren Darstellern bei dem Action-Spektakel zu erleben gewesen. Gestern zog er den Schlussstrich und erklärte: "Im Zusammenhang mit der Insolvenz des Unternehmens und der Neuvergabe des Pachtvertrages an eine ,neue Firma mit den alten Verantwortlichen’ habe ich meine Zusammenarbeit mit diesen beendet."

Markwardt gehörte zu der Bietergemeinschaft um Schauspieler und Publikumsliebling Alfons Kujat. Mit ihm und weiteren Darstellern wollte er die insolventen Piraten wieder in ein sicheres Fahrwasser lotsen. "Wir hatten eine gute Idee, wie das zu schaffen gewesen wäre und waren an sehr vielen Leuten dran, die sehr viel Geld haben", sagte Markwardt. Die Voraussetzungen um seriös mitbieten zu können seien in der Kürze der Zeit von rund vier Wochen allerdings nicht zu schaffen gewesen, so Markwardt. "Das geht einfach nicht", sagte Markwardt.

Nach der Entscheidung der Grevesmühlener Stadtvertreter will Markwardt nicht nachtreten. Er wolle mit Spannung die Entwicklung der Grevesmühlener Piraten weiterhin verfolgen.

Inzwischen wurde bekannt, dass das Gros der alten Piraten-Mannschaft um den Schauspieler Gero Bergmann bereit gewesen wäre, nach Grevesmühlen zurück zu kehren. Die Piraten der ersten Stunde machten dass allerdings davon abhängig, dass die Biertergemeinschaft um Alfons Kujat das Ruder übernommen hätte.

Zur Bieterschlacht kam es Anfang dieser Woche im Grevesmühlener Rathaus nicht mehr, nachdem Kujat kein bindendes Angebot eingereicht hatte (SVZ berichtete). Richten soll es nun die Adventure Production Grevesmühlen GmbH mit Matthias Sievert und dem bisherigen Intendanten Peter Venzmer. Sie wollen noch stärker als bislang auf Synergieeffekte setzen und hoffen, dass ihnen regionale Partner wie Lieferanten erhalten bleiben.

Um finanziell nicht noch einmal in einen Abwärtsstrudel zu geraten, kalkulieren Sievert und Co mit 50 Prozent Einnahmen aus dem Theater-Ticketverkauf. Weitere 30 Prozent der Einnahmen sollen mit Events und Veranstaltungen erzielt werden. Die restlichen 20 Prozent der Einnahmen sollen aus der Gastronomie und diversen Verkäufen fließen. "Aus der Zuschauerstatistik der vergangenen Jahre ist zu erkennen, dass das Piraten Open Air Theater - wenn man die Zuschauerzahlen und die Resonanz betrachtet - nicht konzepzionell, inhaltich und künstlerisch gescheietert ist", sagte Michael Sievert von der neu gegründeten Adventure Production Grevesmühlen GmbH. So sei beispielsweise die Zuschauerzahl in Grevesmühlen seit 2007 um 100 Prozent gesteigert worden. Kritiker werfen den Open-Air-Machern allerdings kaufmännische Mängel vor: Im Jahre 2011 sei voll auf eine tolle Spielzeit gesetzt und dabei kein Schlecht-Wetter-Szenario einkalkuliert worden.

Der Chef der CDU-Stadtfraktion Dr. Roland Anderko appellierte an die Verantwortlichen: "Es darf nicht wieder passieren, dass sie, wie sie sagten, eine Bugwelle von 320 000 Euro von Anfang an vor sich hergeschoben haben. Ich fand, dass war keine Bugwelle, sondern das war ein tiefer Strudel."

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