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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

12. Dezember 2017 | 01:45 Uhr

Gadebusch : Weinert-Straße wird saniert

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Gesamtkosten für die Baumaßnahmen belaufen sich auf eine Million Euro

svz.de von
erstellt am 27.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Der Weg ist beschwerlich: Polternd ruckelt der Rollator von Ella Bialkowski über sich wölbende Gehwegplatten, zersprungene Steine und hoch gedrückte Kanaldeckel. Fast jeden Tag ist die 90-Jährige an der Erich-Weinert-Straße unterwegs, fast jeden Tag ärgert sie sich über den desolaten Zustand des Bürgersteigs. Sobald es dunkel ist, wagt die Bewohnerin des Altenheims weder den Gang zum Supermarkt noch zur Apotheke an der Erich-Weinert-Straße: Zu leicht können Löcher, Kanten und Vorsprünge zur gefährlichen Stolperfalle werden. „Und dann ist zwischen Supermarkt und Ärztehaus nicht einmal der Bürgersteig abgesenkt, so dass ich den voll bepackten Rollator dann immer hochheben muss“, ärgert sie sich. Der Bürgersteig, sagt auch eine 84-Jährige, die gleich an der Erich-Weinert-Straße lebt, sei sehr schwierig. „Ich bin hier schon oft fast gestürzt.“

Nun will die Stadt handeln – insbesondere, nachdem sich in der letzten Sitzung des Bauausschusses etliche Anwohner, gerade ältere Menschen, beschwert haben. „Der Zustand der Straße ist sehr schlecht“, sagt Bauamtsleiterin Rommy Elßner – und meint damit nicht nur die unebenen Gehwege, sondern auch die bröckelnde Asphaltschicht auf der Fahrbahn, die schlechte Parksituation und die mangelhafte Entwässerung. Keine Frage: Mit der Sanierung der Erich-Weinert-Straße steht die Stadt vor einem Mammut-Projekt. Auf eine Gesamtsumme von rund einer Million Euro schätzt Bauamtsleiterin Elßner die Kosten. Derzeit laufen die Vorplanungen, dann muss der Entwurf von den Fachausschüssen und der Stadtvertretung genehmigt werden. Am morgigen Dienstag wird sich der Bauausschuss bei einem Vororttermin selbst noch einmal ein Bild von der Lage an der Straße im Neubaugebiet machen.

Die notwendigen Maßnahmen zur Instandsetzung der Straße jedenfalls, so Rommy Elßner, seien umfangreich. Erste Baustelle: Der Gehweg. „Das ist uns eine Herzensangelegenheit und ein Schwerpunkt der Instandsetzung, zumal gerade im Bereich von Supermarkt und Ärztehaus viele Menschen fußläufig unterwegs sind. Insbesondere Menschen mit Rollstuhl oder Rollator weichen häufig sogar lieber auf die Straße aus, als den Gehweg zu nutzen“, so Rommy Elßner.

Zweite Baustelle: Die Fahrbahn. Hier löse sich langsam die dünne Asphaltdecke, die irgendwann auf das Kopfsteinpflaster darunter aufgetragen wurde, fasst Elßner das Hauptproblem zusammen. „Es ist sehr wichtig, dass wir an dieser Stelle jetzt was machen.“ Hinzu komme, dass nicht nur die Straßendecke marode sei, auch das Entwässerungssystem sei mangelhaft.

Dritte Baustelle: Die Parkplatz-Situation. „Wir sind bemüht, im Bereich des Ärztehauses Entspannung reinzubringen“, so Rommy Elßner. Denn die dort vorhandenen Parkplätze reichten bei weitem nicht aus, so dass auf öffentliche Parkplätze zurückgegriffen werden müsse. „Dies führt dann wiederum zu Verärgerung bei den Anwohnern, die von ihrem Auto bis zur Haustür auch nicht so weit laufen möchten oder können“, erläutert die Bauamtsleiterin. Deshalb sollen neue Parkplätze geschaffen werden.

Auch einige Meter weiter, am zur Agnes-Karll-Straße-gelegenen Ende der Erich-Weinert-Straße, muss sich an der Parksituation dringend etwas ändern: Auf der einen Seite der Anliegerstraße zwischen den drei Neubaublöcken sind jeweils kostenpflichtige Anwohnerparkplätze, auf der anderen Seite öffentliche Parkplätze mit einer zeitlichen Begrenzung von einer Stunde. „Einige Leute scheuen offenbar die Kosten für einen Anwohnerparkplatz und parken dann auf der anderen Straßenseite, ohne auf die zeitliche Begrenzung zu achten. Das ärgert wiederum die Anwohner, die etwas zahlen und fordern, dass hier durch das Ordnungsamt häufiger kontrolliert wird.“

Hinzu komme, dass die Straßen häufig so zugeparkt seien, dass Pflegedienste kaum einen Stellplatz fänden. „Hier haben wir die Möglichkeit, kurzfristig zu reagieren und die Maßnahme komplikationslos umzusetzen“, erklärt Rommy Elßner. Sobald der Haushalt durch und erforderliche Genehmigungen des Landkreises eingegangen seien, sollten Schilder aufgestellt werden, die extra Stellplätze für Pflegedienste ausweisen. Voraussichtlich im Frühjahr soll sich die Parksituation in den Anliegerstraßen zwischen den Neubaublöcken damit entspannt haben.

Die großen Baumaßnahmen indes, die an der Erich-Weinert-Straße anstehen, könnten in den kommenden beiden Jahren, 2015 und 2016, realisiert werden. „Im Zuge der jetzt stattfindenden Vorplanung wollen wir auch die Anlieger mit ins Boot holen und in einer Gesprächsrunde ihre Wünsche und Anregungen festhalten, um dann zu versuchen, einen groben Vorentwurf zu fertigen, der dann noch einmal diskutiert wird.“ Bei der Instandsetzung der Rosa-Luxemburg-Straße habe die Stadt sehr gute Erfahrungen mit diesem Verfahren gemacht. Nicht zuletzt, sagt Elßner, schaffe man damit auch eine höhere Akzeptanz für den notwendigen Ausbaubeitrag. Wie hoch die Beiträge für die Anlieger, aber auch die Kosten für die Stadt sein werden, lässt sich jetzt noch nicht sagen.

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