Gadebusch : Weihnachtsmann geht in Rente

Einmal dem Weihnachtsmann am Bart ziehen – für den vierjährigen Béla ging dieser Wunsch in Erfüllung.
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Einmal dem Weihnachtsmann am Bart ziehen – für den vierjährigen Béla ging dieser Wunsch in Erfüllung.

Wolfgang Sonntag hängt nach fast 30 Jahren seinen Job an den Nagel

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08. Dezember 2017, 21:00 Uhr

„So einen Weihnachtsmann bekommen wir nicht wieder“, sagt die Leiterin der Kita „Am Burgsee“ in Gadebusch. Jede Menge Wehmut liegt dabei in der Stimme von Christel Preuß. Immerhin 15 Jahre war Wolfgang Sonntag als Weihnachtsmann Gast in der Einrichtung des Jugendhilfezentrum „Käthe Kollwitz“ Rehna e.V. gewesen. Ein letztes Mal war er nun heute offiziell zu seiner Verabschiedung bei den mehr als 100 Mädchen und Jungen der Kindertagesstätte.

Insgesamt hat Wolfgang Sonntag fast 30 Jahre im Ehrenamt den Weihnachtsmann gegeben – nicht nur bei den Kindern in den Einrichtungen von Gadebusch. Er war auch bis 2015 der offizielle Weihnachtsmann der Stadt, war auf dem Weihnachtsmarkt präsent. „Ich war auch ein paar Mal in den Senioreneinrichtungen der Volkssolidarität. Da hatte ich ganz schönen Bammel vor“, erzählt Sonntag. Doch dann sei es sehr entspannt und sehr lustig gewesen, berichtet der Gadebuscher von seinen Erlebnissen der zurückliegenden Jahre.

Eins ist ihm noch ganz lebendig in Erinnerung: „Vor zehn Jahren bin ich mal direkt von einem Auftritt mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht worden“, erzählt der gelernte Elektroingenieur. In der Schweriner Klinik wurde dann eine doppelseitige Lungenentzündung diagnostiziert, die ihn fünf Wochen lang in der Einrichtung verweilen ließ. Die Geschichte machte schnell die Runde. Und so erzählte laut Wolfgang Sonntag eine Krankenschwester ihrem kleinen Sohn, dass der Weihnachtsmann bei ihr auf der Station liegt. Seine Reaktion: „Da gibt es wohl dieses Jahr keine Geschenke?“

Die Süßigkeiten, die der Gadebuscher Weihnachtsmann in den vielen Jahren unter den kleinen und großen Kindern verteilt hat, waren sämtlich gespendet – von Firmen und Einzelhandelsunternehmen. Sonntag erinnert sich gern daran, wie er in den ersten Jahren seinen Bart mit Mehl weiß machte, später kam dann Theater-Spray, welches ein Bekannter besorgt hatte, zum Einsatz. „Seit etwa sechs Jahren brauche ich nichts von alldem mehr, da ist er naturweiß“, so der Mann, der im kommenden März seinen 69. Geburtstag feiert.

Doch endgültig Schluss ist noch nicht – zu Heiligabend ist er gemeinsam mit Ehefrau Jutta noch in einigen Einrichtungen zu Gast. Das Finale wird die Polizeistation der Münzstadt sein. Aber psst: Ganz im Vertrauen hat Wolfgang Sonntag verraten, dass er inoffiziell und nur in Ausnahmefällen noch ein paar Jahre als Aushilfsweihnachtsmann weitermachen will.

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