Pflegeheim Gadebusch : Weihnachtsfest mit richtigem „Zuhause-Gefühl“

Gemütlich bei Kaffee und Kuchen sitzen die Senioren zusammen.
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Gemütlich bei Kaffee und Kuchen sitzen die Senioren zusammen.

Senioren feiern im Pflegeheim mit viel Geselligkeit, Pfirsichtorte und Kaffee.

svz.de von
23. Dezember 2013, 21:56 Uhr

An einer großen Kaffeetafel in der Begegnungsstätte der Volkssolidarität von Gadebusch sitzen rund 40 Männer und Frauen. Einige von ihnen sind festlich angezogen – extra für die Weihnachtsfeier. Von den Pflegeheimmitarbeitern bekommt jeder Gast Kaffee eingeschenkt und ein Stück Pfirsich-Sahne-Torte. Anschließend setzen diese sich ebenfalls an die Tafel zu den Heimbewohnern.

„Die Torte sieht gut aus“, sagt Gertrud Glatz verschmitzt grinsend und nimmt einen Happs. Die 80-Jährige ist noch nicht mal ein Jahr in dem Pflegeheim Gadebusch und verbringt zum ersten Mal Weihnachten dort. „Ich habe immer mit meiner Familie zusammen gefeiert. Deswegen bin ich froh, dass ich auch in diesem Jahr nicht alleine sein muss.“ Den Nachmittag mit den anderen Bewohnern des Pflegeheimes zu verbringen, gehöre für sie in diesem Jahr dazu. „Ich lebe jetzt hier, das ist mein Zuhause“, erklärt die 80-Jährige. Ein Geschenk dagegen müsse nicht unbedingt sein, aber freuen tue sie sich dennoch, wenn der Weihnachtsmann in die Begegnungsstätte komme, sagt Gertrud Glatz schmunzelnd.

Präsente sind für die 88-jährige Thea Arndt nicht mehr wichtig. „Ach, in meinem Alter gibt es Wichtigeres. Ich freue mich, wenn wir in der Gemeinschaft zusammensitzen und nett erzählen. Und es allen gesundheitlich gut geht“, sagt sie. Thea Arndt verbringt bereits das fünfte Jahr in dem Heim. „Die Weihnachtsfeiern sind immer toll, die Mitarbeiter denken sich immer wieder etwas Tolles aus und lassen sich neue Überraschungen einfallen, das finde ich klasse“, so die 88-Jährige.

Und dies sei nicht immer einfach, verrät Heim- und Pflegedienstleiterin Nicole Appelmann. „Wir führen viele Gespräche mit den Bewohnern unseres Pflegeheimes, um Weihnachten so zu gestalten, dass es deren früheren Festen ähnelt. So soll ein gewisses ,Zuhause-Gefühl‘ entstehen“, erklärt Appelmann. Aus diesem Grund beginnen die Vorbereitungen für diese Zeit schon früh – in Zusammenarbeit mit den Bewohnern. Es werde gemeinsam gebacken und der Tannenbaum geschmückt. Dabei würden oftmals Kugeln oder Baumschmuck der Senioren benutzt. „Vor allem neue Bewohner werden meist traurig oder nachdenklich, weil die Erinnerungen an frühere Weihnachten noch sehr präsent sind“, so die Heimleiterin. Der Höhepunkt sei dann die Weihnachtsfeier. „Wir setzen diese Feier extra früher an, damit die Männer und Frauen gegebenenfalls das Fest bei den Angehörigen verbringen können. Gott sei Dank, ist das bei vielen unserer Bewohner der Fall und für diese wird das Weihnachtsfest zum Familienfest.“

Schwierig sei dies, erklärt Appelmann, bei Demenzerkrankten, da den Angehörigen die Pflege nicht zuzumuten sei. Aus diesem Grund gebe es in der Weihnachtszeit normalen Dienst im Pflegeheim, für diejenigen, die in Gadebusch blieben. „Wir machen dann die Märchen an, weil einige der Älteren sich an diese noch erinnern können. Ansonsten ist es vor allem für diese Bewohner ein normaler Tag“, so Nicole Appelmann.

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