Stimmgewaltig : Weihnachtliches Konzert in Carlow

Weihnachtsstimmung in der Carlower Kirche.
Weihnachtsstimmung in der Carlower Kirche.

Gemischter Chor Carlow trat mit Schweriner Blechbläserquintett auf

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17. Dezember 2013, 05:00 Uhr

Für den gemischten Chor Carlow ist es der Schlussakkord eines jeden Jahres: Das Weihnachtskonzert, das traditionell in der Carlower Kirche stattfindet, in diesem Jahr instrumental begleitet vom Schweriner Blechbläserquintett und von Ilya Pril am Klavier und der Orgel. Obwohl das Wetter der Natur eher einen nahen Frühling vorgaukelt, schafft die Schummrigkeit unter der baulich so interessanten Kirchenkuppel einen Vorgeschmack auf das Weihnachtsfest. Dem Ruf der Kirchenglocken folgend füllen sich die Reihen, bis nur noch wenige Plätze frei sind. Schlagartig verstummt das Summen der Besucher, als die Kirchenorgel „Macht hoch die Tür“ anstimmt, während sich Chor und Musiker vor dem Altar aufstellen.

Ein buntes Kaleidoskop von Klassik bis Pop steht auf dem Programm. Auszüge aus dem Weihnachtsoratorium von Bach, Werke von Vivaldi und Händel finden sich dort, aber auch von Leonard Cohen und deutsche wie amerikanische Weihnachtslieder. „Gleich nach dem großen Septemberkonzert beginnen wir mit den Proben für das Weihnachtskonzert“, erzählt Helmut Walter (70).

Der ehemalige Musiklehrer gründete den Chor vor 45 Jahren und leitet ihn seither. „Heute haben wir rund 50 Mitglieder. Nicht nur aus Carlow, auch aus Lübeck, Grevesmühlen und der Umgebung von Carlow“, erzählt Walter, „was uns eint, ist die Liebe zum Gesang.“ Notenkenntnisse seien für die Mitwirkung im Chor keine Bedingung, so Walter, nur wenige hätten beruflich mit Musik zu tun.

Wie die Solistin Ulrike Birke (38) aus Dechow. Sie ist Musiklehrerin an der Schule in Gadebusch. Ihr schöner, klarer Mezzosopran füllt die Kirche während ihres Solos, dem „Bereite dich Zion“ aus dem Weihnachts-Oratorium von Bach, für das sie vom Publikum mit großem Applaus belohnt wird. „Aber das Singen im Chor ist reines Hobby“, sagt sie.

Nicht nur ihres, auch das ihres Mannes und Berufskollegen Jörn Birke. Wie seine Frau gehört er zu den Solisten des Chors und erntet für seine sanfte Cohen-Interpretation „Halleluja“ tosenden Beifall. Begleitet wird er am Klavier von Klaus Bergemann aus Carlow, der dafür kurzfristig seinen Platz im Chor gegen den Klavierhocker tauscht, von wo aus er auch den Solisten Holger Haase (Oh happy day) begleitet. Wie das Ehepaar Birke ist er Musiklehrer.

Noch einmal ist Ulrike Birkes Stimme zu hören. Im Duett mit Chorkollegin Silke Schülke (46) singt sie das schöne „Maria durch ein Dornwald ging“, ein altes Weihnachtslied aus dem 16. Jahrhundert. Die Dechowerin Schülke unterrichtet in der Kreismusikschule in Grevesmühlen. „Sie sind die Ausnahmen, alle anderen haben mit Musik nur über den Chor zu tun, sind absolute Laien“, betont Helmut Walter.

Im Konzert ist davon nichts zu spüren. Oder vielleicht doch, im Positiven. Denn ganz gleich, ob Vivaldis andächtiges „Gloria in excelsis Deo“, das rhythmische „Go, tell it on the mountain“ oder das sanfte „Sanctus”, die Freude am Singen ist den 32 Sängerinnen und 11 Sängern in jeder Minute des Konzertes anzumerken. Und während das Konzertjahr stimmungsvoll und mit großem Applaus zu Ende geht, steht das nächste bereits vor der Tür. „Ab Januar proben wir schon wieder für das große Herbstkonzert“, kündigt Helmut Walter an.

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