ZINNFIGUREN : Weihnachtliches aus Gadebusch

Christine Rohmann liebt detailreiche Zinnfiguren und kleidet sie.  Fotos: volker Bohlmann
Christine Rohmann liebt detailreiche Zinnfiguren und kleidet sie. Fotos: volker Bohlmann

Christine Rohmann gestaltet Zinnfiguren und präsentiert sie zum Weihnachtsmarkt am Sonnabend in der Museumsanlage

svz.de von
23. November 2015, 16:34 Uhr

In den Weihnachtswerkstätten im Norden herrscht geschäftiges Treiben. Kleine Geschenke und Mitbringsel werden kreiert. Christine Rohmann aus Gadebusch ist mit von der Partie. In ihrer kleinen Malwerkstatt zeichnet sie mit Ölfarben und feinem Pinselstrich zahlreichen Zinnfiguren die unterschiedlichsten Kleider auf. „Seit den Sommermonaten bin ich dabei und es werden schätzungsweise an die 200 unterschiedliche Figuren gestaltet“, sagt die Gadebuscherin. Rein weihnachtlich werde es zum Gadebuscher Markttreiben nicht zugehen. „Die Leute suchen besondere Geschenke, wenn es auch um frühlingshafte oder österliche Motive handelt, werden diese auch zu Weihnachten gern gekauft“, sagt sie.

Vor 15 Jahren begann die Gadebuscher Zinnfigurenwerkstatt zu arbeiten. Damals entstand unter Regie von Frank Rohmann ein Panorama mit Zinnfiguren zur Schwedenschlacht in der Museumsanlage. Daraus ergaben sich zahlreiche Kontakte in alle Bundesländer. Seit fünf Jahren gestaltet Christine Rohmann die Zinnfiguren. „Für mich ist es ein Hobby bei dem höchste Konzentration gefordert ist, Zeit um runterzukommen“, sagt sie.

Die Zinnfigurenmalerei ist aufwendig. Zirka zwei bis sieben Tage dauert es, bis eine Figur komplett von Hand bemalt ist. Die 20 bis 80 Millimeter großen Rohlinge werden grundiert und Schicht für Schicht die Ölfarben aufgetragen. Schattierungen, Farbverläufe müssen im kleinsten Detail stimmen. Sämtliche Zinnfiguren sind Unikate. Ohne Fingerfertigkeit geht hier nichts. Christine Rohmann ist allerdings vom Fach. Sie hat sich die Techniken in früheren Jahren beim Aquarellmalen angeeignet. Im Ergebnis wird jeder Weihnachtsmann mit und ohne Schlitten, Rentiere, Blumen oder die Osterhasen zu einem ganz besonderen Stück.

Ehemann Frank Rohmann schaut gerne zu, geht mit auf Reisen: „ Wir waren in Kulmbach. Dort findet alljährlich eine der größten Messen für Zinnfiguren aus Holland, Tschechien, Schweden, der Schweiz und Deutschland statt.“ In Mecklenburg sei man mit der Werkstatt eher ein Exot. Obwohl Zinnfiguren auch hierzulande ihre Bedeutung hatten. Rohmann: „Gefragt waren sie zur Zierde bereits im Mittelalter. Das Handwerk wird allerdings heute eher in Süddeutschland ausgeübt.“

Die ganze Bandbreite der Zinnfigurenwerkstatt wollen Rohmanns am bevorstehenden Gadebuscher Weihnachtsmarkt präsentieren. „Wir sind am Sonnabend, 28. November in der Museumsanlage vertreten“, sagt Christine Rohmann. Gleich im Anschluss werde wieder das Schaufenster in der Schweriner Straße mit Zinnfiguren weihnachtlich dekoriert.

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