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Seniorenheim Gadebusch : Weihnachten im Pflegeheim

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Nicht allen Senioren ist es möglich, Weihnachten in Familie zu feiern. Im Seniorenheim Gadebusch sorgen die Pfleger für eine familiäre Atmosphäre.

svz.de von
erstellt am 24.Dez.2012 | 10:10 Uhr

Gadebusch | Weihnachten ist das Fest der Familie. Doch nicht jeder kann dieses Fest zu Hause feiern. Die Mitarbeiter der Pflegestation der Volkssolidarität Gadebusch versuchen, die Weihnachtszeit für ihre Bewohner so familiär wie möglich zu gestalten. "Wir können ein Zuhause zwar nicht ersetzen, aber dennoch für die Zufriedenheit der Bewohner sorgen", erklärt die stellvertretende Pflegedienstleiterin Kerstin Oetling. Sie hat am ersten Weihnachtsfeiertag Dienst und freut sich, wenn aus den Zimmern der Senioren Sendungen zur Weihnacht tönen.

Wo es möglich ist, holen Angehörige ihre Eltern oder Großeltern über die Feiertage ab, um mit ihnen essen zu gehen. Für die, die im Pflegeheim bleiben, gibt es Heiligabend traditionell Kartoffelsalat mit Würstchen. Bereits in der Adventszeit gehörten zur täglichen Beschäftigung das Hören von weihnachtlicher Musik und die Diskussion über weihnachtliche Bräuche der Pommern und Sudeten. Drei Bewohner trafen sich jeden Tag, um gemeinsam Weihnachtslieder zu hören.

"Nachdem ein Bewohner ,Stille Nacht gesungen hatte, habe ich Gänsehaut bekommen", sagt Pflegerin Beate Repnak. Ihre Kollegin Marina Wittfoth ergänzt: "Er hat eine tolle Stimme. Da hatte ich sogar eine Träne im Auge."

Jeder der 42 Bewohner der Pflegestufen eins bis drei hat seine eigene besondere Geschichte. Einige Schicksale seien sehr bewegend. "Die jüngste Bewohnerin ist Jahrgang 1966. Da denkt man persönlich um. So früh pflegebedürftig zu werden, ist hart", erzählt Kerstin Oetling. Auch die Geschichte eines 72-Jährigen hat sie berührt: "Der Mann hatte bereits viele Grunderkrankungen, doch er kämpfte sich immer wieder durch. Wie ein Stehaufmännchen." Normalerweise versuchen Menschen, Alter, Tod und Krankheit zu verdrängen. Im Pflegeberuf ist dies aber nicht möglich. Täglich werden Mitarbeiter mit diesen Themen konfrontiert. "Zu sehen, wie Menschen, die früher ihr Leben im Griff hatten, plötzlich dement sind und trotz allem Lebensmut besitzen, ist sehr erachtenswert", verdeutlicht Kerstin Oetling, die seit zwei Jahren in der Pflegestation arbeitet. "Ich kann mir nicht vorstellen, etwas anderes zu machen", betont die 36-jährige Klocksdorferin. Gelernt hat sie vor 20 Jahren den Beruf der Krankenschwester, ist dann zur Altenpflege gewechselt. Die Arbeit im Pflegeheim findet sie persönlicher: "Es ist schön, zu den Bewohnern eine Beziehung aufzubauen und Erlebtes auszutauschen." Gern erzählt sie dabei auch von ihren drei Kindern.

In der Pflegestation lebt ein Ehepaar, das die überwiegende Zeit miteinander verbringt. Doch der Großteil der Bewohner ist verwitwet.

Eine Frau wird im Januar 101 Jahre alt, sie feiert schon seit vielen Jahren Weihnachten im Pflegeheim. Für die Mitarbeiter sei es die schönste, aber auch anstrengendste Zeit im Jahr. Sie erleben mit den Senioren hautnah die Weihnachtszeit als Höhepunkt des Jahres.

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