2017 soll Bauprojekt Poeler Straße in Wismar fertig sein : Weichen für Unterführung gestellt

<strong>So soll die Unterführung aussehen:</strong> Unten fahren die Autos, oben die Eisenbahn, damit für die Kraftfahrer nicht mehr so lange Wartezeiten entstehen.
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So soll die Unterführung aussehen: Unten fahren die Autos, oben die Eisenbahn, damit für die Kraftfahrer nicht mehr so lange Wartezeiten entstehen.

Warten gehört für die, die regelmäßig über die Poeler Straße in die Innenstadt Wismars fahren oder diese verlassen, dazu. Die geschlossenen Bahnschranken stauen den Verkehr regelmäßig. 2017 sollen sie Geschichte sein.

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22. März 2013, 05:31 Uhr

Wismar | Warten gehört für die, die regelmäßig über die Poeler Straße in die Innenstadt Wismars fahren oder diese verlassen, dazu. Die geschlossenen Bahnschranken stauen den Verkehr regelmäßig weit. Um die 120 Mal schließen sich die Schranken dort innerhalb von 24 Stunden. Waren für den Seehafenumschlag oder die holzverarbeitende Industrie in Wismar werden größtenteils auf Schienen transportiert. Und immer gehen die Schranken runter. "100000 Waggons sind auf der Strecke im Jahr unterwegs, Tendenz steigend", so Michael Kremp vom Seehafen Wismar. Oft müssen die Übergänge alleine wegen Rangierarbeiten des Seehafens geschlossen werden.

Die Schranken sollen ab 2017 Geschichte sein. Dann soll, wenn alles nach Plan läuft, die Unterführung der Straße fertiggestellt werden. Unten die Autos, oben die Eisenbahn. In der vergangenen Woche wurden die Anwohner und Interessierten zur Informationsveranstaltung in den Zeughaussaal geladen. Der war rappelvoll. Viele Anwohner kamen mit ihren Fragen und Ängsten. Mit Flyern, vielen Informationen und einer bunten Visualisierung des "Nachherzustands" soll einer Situation wie in Stuttgart vorgebeugt werden.

"Dieses Nadelöhr müssen wir beseitigen", erklärte Torsten Habicht von der Deutschen Bahn. Ein Verkehrsgutachten von 2007 mit der Feststellung, dass die Situation nicht mehr den Erfordernissen entspricht, stellt Bahn und Stadt in Zugzwang. "Wir müssen bauen", so Torsten Habicht. Aber: "Das wird ein schwieriges Bauprojekt." Schlechter Baugrund mit einer bis zu sechs Meter tiefen, nicht tragenden Torfschicht, die Lage im potentiellen Hochwassergebiet und die enge Randbebauung - die Ingenieure müssen sich einiges einfallen lassen, um die Probleme zu lösen. Ab 2015 soll mit den Bauar¬beiten begonnen werden. Viele Vorarbeiten sind nötig - Versorgungsleitungen der Anwohner und Bahngleise müssen verlegt werden. Aus den zwei Gleisführungen soll eine werden mit drei Gleisen. 2016 könnte dann der eigentliche Bau beginnen. "Wir müssen bis auf minus 20 Meter gründen", so Diplomingenieur Torsten Habicht. Er verspricht einen "schonenden Bau", kein "Reinhämmern von Gründungspfählen". Sondern eine Methode, die verträglicher ist für die Randbebauung und deren problematische Gründung auf Brunnenschächten. "Wir bauen massiv in den tragenden Grund ein, das ist wichtig für die anliegende Bebauung", erklärte Torsten Habicht.

Nur 25 Meter lang wird die Unterführung - kein Tunnel. Dazu gut 70 Meter vor und nach der Unterführung als "Trog". 26 Millionen Euro soll, so die Prognose, der Bau kosten, acht Millionen davon hätte die Stadt zu tragen, den Rest teilen sich Bahn und Bund. "Wir gehen von einer Förderung von 75 Prozent aus", so Bürgermeister Thomas Beyer. Gespräche mit dem Verkehrsministerium und dem Wirtschaftsministerium des Landes laufen. Es bleibt abzuwarten, wie die Gespräche laufen und dass die Wismarer Poeler Straße kein kleines Berliner Flughafendesaster erlebt.

Bilder, Informationen und einen Film, wie die Straßensituation nach dem Bau in der Poeler Straße sein wird, gibt es unter www.wismar.de.

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