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Bad Kleinen / Gadebusch : Wehren vor schwieriger Zukunft

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Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Kreisfeuerwehrverband Nordwestmecklenburg zieht positive Bilanz für 2014, wird bisheriges System aber wohl nicht erhalten können.

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erstellt am 24.Feb.2015 | 08:00 Uhr

Der Kreisfeuerwehrverband Nordwestmecklenburg (Kfv) zieht auf seiner Jahreshauptversammlung für das Jahr 2014 zwar eine positive Bilanz, steht aber vor einer schwierigen Zukunft. Kreiswehrführer Torsten Gromm findet dafür bei seiner Eröffnungsrede die richtigen Worte: „Ich bin mit dem vergangenen Jahr zufrieden, sowohl was die Personaldecke, als auch die technische Ausstattung betrifft. Wenn man in die weiter östlich gelegenen Kreise unseres Landes blickt, sind wir noch gut dran“, findet der Klützer, der mit dieser Veranstaltung bereits zum fünften Mal zu Gast in Bad Kleinen ist.

Doch Hannes Möller, Landesbrandmeister von Mecklenburg-Vorpommern, bringt es in seiner Grußrede auf den Punkt. Vor den 116 Delegierten in der Sporthalle Bad Kleinen macht er deutlich, wie es um die Zukunft der freiwilligen Feuerwehren bestellt ist: „Wir werden 2020, also bereits in fünf Jahren, dieses System, wie wir es heute haben, nicht mehr gewährleisten können. Die Feuerwehr wird sich zwangsläufig verändern, denn wenn wir in unserer heutigen Stärke bestehen bleiben wollten, dann müsste sich der Anteil der Feuerwehrleute in der Bevölkerung im dienstfähigen Alter bis 2030 verdoppeln“, so der 50-Jährige. Vor diesem Hintergrund wird derzeit an einem neuen Brandschutzgesetz gearbeitet, in dem unter anderem die Gewährleistungszeiten angepasst werden sollen. Also zum Beispiel, wie schnell die Feuerwehr am Einsatzort sein müsse. Auch Kooperationen zwischen Gemeinden werde es geben müssen, weil nicht mehr alle eine eigene Ortswehr vorhalten könnten. In der Gemeinde Groß Siemz im Amt Schönberger Land sei dies bereits so.

Die Kameraden der dortigen Feuerwehr sind auch für die Nachbargemeinde Niendorf zuständig, wie der stellvertretende Landrat Gerhard Rappen (CDU) in seinen Grußworten offen legte. In diesem Zusammenhang dankte Rappen den Feuerwehrleuten für die vielen gezählten und ungezählten Stunden ehrenamtlichen Einsatzes. „Diese Stunden sind unbezahlbar. Sie opfern Ihre Freizeit und sind uns stets verlässliche Partner“, so der 60-Jährige. Er sicherte zu, sich weiterhin dafür einzusetzen, dass die notwendigen Rahmenbedingungen für die Arbeit der Feuerwehren im Landkreis erhalten und weiter verbessert werden. Da die Höhe der Geldzuweisungen gleich bleibe und die Umstellung auf den Digitalfunk nun abgeschlossen sei, stünden wieder mehr Mittel für andere Investitionen bereit. Unter anderem sind dieses Jahr die Anschaffung eines Brandübungscontainers für 425 000 Euro und der Bau einer Feuerwehrgarage in Warin für 240 000 Euro geplant. Ein Thema der nahen Zukunft ist auch die Vernetzung der einzelnen Wehren untereinander und mit anderen Hilfs- und Einsatzkräften wie Polizei und Katastrophenschutz mittels zentraler Datenerfassung und -verarbeitung. Fox112 heißt die Software. Auf der Jahreshauptversammlung des Kfv stellte Tino Schomann, Gemeindewehrführer der Feuerwehr Blowatz, den Antrag, die Einführung des Programms aus datenschutzrechtlichen Gründen zu stoppen: „Wir fordern das Landesamt für Polizei, Brand- und Katastrophenschutz auf, den beteiligten Feuerwehren offen zu legen, dass die Datensicherheit des Systems in der jetzigen Version nicht gegeben ist. Das Ministerium möge vor der endgültigen Einführung die Empfehlung des Datenschutzbeauftragten Mecklenburg-Vorpommerns umsetzen und ein Sicherheitskonzept erstellen“, forderte Schomann, der gleichzeitig auch Bürgermeister von Blowatz ist.

In seiner Begründung führt der 27-Jährige an, dass es sich hierbei um eine Internetanwendung handele, über die dann auf sämtliche sensible Daten über Personen und Technik zugegriffen werden könne. Diese seien sowohl für private wie staatliche Datendiebe von Interesse. Dieser Antrag wurde einstimmig verabschiedet und geht nun an das Landesamt für zentrale Aufgaben und Technik der Polizei, Brand- und Katastrophenschutz MV.

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