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Nordwestmecklenburg : Waschbär wird zum Problembär

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Der tierische Einwanderer ist in Nordwestmecklenburg auf dem Vormarsch.

von
erstellt am 23.Apr.2017 | 20:45 Uhr

Auf Jäger in Nordwestmecklenburg kommt womöglich mehr Arbeit zu als ihnen recht sein dürfte. Denn der Waschbär ist auf dem Vormarsch und breitet sich immer weiter aus. Das belegt eine Statistik der abgelaufenen Jagdsaison 2016/2017 der Hegegemeinschaft Rot- und Damwild Gadebusch. Demnach gab es bei der Gesamtzahl der erlegten Waschbären einen Anstieg von mehr als 100 Prozent. 87 statt zuvor 41 Waschbären ging es somit an den Kragen. Allein im Bereich des Hegerings Renzow wurden 42 dieser tierischen Einwanderer zur Strecke gebracht.

„Der Waschbär ist ein typischer Räuber und macht die Nester von Enten, Gänsen, Fasanen und Schnepfen leer“, verdeutlicht der Vorsitzende der Hegegemeinschaft Rot- und Damwild Gadebusch, Ralf Siewert. „Wir können froh sein, dass er nicht bereits Schäden in Häusern anrichtet. Er zerfrisst zum Beispiel Dämmwolle und sogenannte Sperrschichten.“ Oder er sucht sich, wie in diesen Tagen in der Hansestadt Lübeck geschehen, den Schornstein eines Hauses als Quartier aus. Die Lübecker Feuerwehr rückte daraufhin aus und zog drei Jungtiere aus dem Kamin. Mutter Waschbär ergriff die Flucht durch den Schornstein und schlug sich in die Büsche.

Angesichts solcher Fälle und der Ausbreitung des Waschbären steht für Ralf Siewert ganz klar fest: „Wir müssen mehr dieser Räuber erlegen, sonst bekommen wir ein Problem.“

Apropos Problem: Der Hegering Lüdersdorf plagte sich auch im abgelaufenen Jagdjahr mit Wildschäden herum. Angerichtet wurden sie vor allem durch Wildschweine. „Sie wühlten dort bestellte Felder um oder richteten Ernteschäden in Mais-Schlägen an“, so Ralf Siewert. Inzwischen gibt es bei der Wildschadensausgleichskasse Überlegungen, die Beitragssätze in solchen Gebiete heraufzusetzen.

Ziemlich teuer kam in der abgelaufenen Saison einem Jagdgast der Fehlabschuss eines Hirsches im Bereich Krembz zu stehen. Das Tier entsprach nicht den Abschusskriterien und hätte demnach auch nicht erlegt werden dürfen. Als Strafe waren 500 Euro fällig.

 

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