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Geduldiges Thandorf : Warten statt surfen im Internet

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Kommunen wie Thandorf warten dringend auf den Anschluss an die schnelle Datenautobahn

von
erstellt am 13.Sep.2016 | 21:00 Uhr

In Nordwestmecklenburg haben noch immer mehrere Kommunen keinen Anschluss an eine schnelle Datenautobahn erhalten. Ihre Hoffnung setzen sie auf den millionenschweren Breitbandausbau, mit dem Nordwestmecklenburg flächendeckend mit einem schnellen Internet versorgt werden soll. Das ist auch nötig, wie der Fall Thandorf zeigt. Dort müssen IT-Fachleute wie Michael Finkenthei noch all zu oft Däumchendrehen, wenn es mal wieder im Schneckentempo im Internet vorangeht.

„Thandorf hat zwar eigentlich eine 6000er-Datenleitung, die Hälfte dieser Kapazität ist aber nach meiner Einschätzung nur verfügbar. Damit kann man keine zum Beispiel vernünftigen Videokonferenzen fahren“, sagt Finkenthei. Auch das Versenden oder Empfangen von Fotos mit großem Dateiumfang sei ein Geduldsspiel. „Wir warten daher also dringend auf das Update mit mindestens 50 Mbit-Leitung“, verdeutlicht Finkenthei. Mit Bewunderung und Respekt schaut er auf Schweden. „Dieses Land ist eines der Vorreiter und verfügt schon jetzt über 100 Mbit-Leitungen bis zur letzen Hütte“, sagt der Thandorfer IT-Berater.

Probleme haben auch Thandorfs Gemeindevertreter. Sie sind eigentlich Vorreiter in Sachen Kommunalpolitik 2.0 und lassen sich Beschlussfassungen in ihre elektronischen Briefkästen schicken und nehmen ihre mobilen Computer dann mit in die Gemeindevertretersitzungen. Zum Warten sind aber auch sie gezwungen, wenn sie während der Sitzung größere Datenpakete öffnen wollen. „Wenn wir zum Beispiel in Katasterangelegenheiten auf hochauflösende Grafiken zugreifen wollen, kann es schon mal passieren, dass wir die Sitzungsteilnehmer zu einer Kaffeepause einladen, um die Wartezeit etwas zu überbrücken“, sagt Thandorfs Bürgermeister Wolfgang Reetz. Hotspot Thandorf geht irgendwie anders.

Große Hoffnungen setzt Wolfgang Reetz daher auf den millionenschweren Breitbandausbau in Nordwestmecklenburg. Dafür hat der Landkreis weitere 76 Millionen Euro vom Bund erhalten. „Damit ist in den unterversorgten Gebieten des Landkreises flächendeckend der Ausbau des schnellen Internets mit 50 Mbit gesichert“, sagt Nordwestmecklenburgs Landrätin Kerstin Weiss. Wie dieser Ausbau realisiert werden soll, lesen Sie morgen.

 

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