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Kreistag Grevesmühlen : Warten auf das schnelle Internet

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Kreis berät über Breitbandausbau und Gemeindefusion Grambow-Wittenförden

von
erstellt am 05.Jul.2017 | 01:00 Uhr

„Wir sind dran, das Breitbandnetz für das Internet im Nordwestkreis auszubauen“, sagt Mathias Diederich. Der erste Stellvertreter der Landrätin informierte gestern über die strategische Ausrichtung der Verwaltung mit dem Ziel einer effizienten und bürgernahen Verwaltung. Darüber will der Kreistag am morgigen Donnerstag in der Grevesmühlener Malzfabrik beraten. Eine neue Ausrichtung bedeutet für die Verwaltung u.a. ein verstärktes Angebot von Dienstleistungen über das Internet, wie das allumfängliche Beantragen von Bauvorhaben.

Ohne die dafür erforderlichen schnellen Datenleitungen zwischen der Insel Poel und der Gemeinde Utecht wird es allerdings keinen Zugang und kaum eine strategische Ausrichtung geben. Daran führt auch für Diederich und das Mitarbeiterteam der Verwaltung kein Weg vorbei. Somit heißt es vor dem Aufsetzen der Servicekrone, das 190 Millionen Euro schwere Internetprojekt für den Nordwestkreis zum Laufen zu bringen. Erst dann scheint unter dem Oberbegriff
E-Gouverment auch für die Kreisverwaltung ihr bürgerfreundliches Konzept im Detail wirklich umsetzbar.

Schnelle Fortschritte beim Internetausbau erwarten die Gemeinden. Sie legten vor Monaten das Projekt in die Hände des Landkreises. Mittlerweile gibt es Kritik. Grund: Den Kommunen dauert die Umsetzung zu lange. Diederich hielt gestern im Gespräch mit Pressevertretern dagegen: „Hier handelt es sich um den Einsatz von Fördergeldern in ländlichen Regionen. Dafür sind Bedingungen definiert und einzuhalten.“ Das heißt: Rechtssicherheit muss vor den Investitionen gegeben sein. Ein Punkt mit Auswirkung auf den Baustart. Diederich: „Wir befinden uns in der Ausschreibungsphase und wollen für das eingesetzte Geld möglichst mehr bekommen als die angedachten Leistungen von 50 Megabyte.“ Folglich suche man nach einem zentralen Anbieter, damit flächendeckend die Internetversorgung auf ein Niveau gebracht werden kann.


Personalkosten liegen bei 40 Millionen Euro


Neue Ziele will die Verwaltung auch im Personalkonzept festhalten. Inhalt sind der Stellenplan und die Sicherung von Fachkräften in den Folgejahren. Aktuell verfügt der Landkreis über
748 Vollzeitstellen, die bei Teilzeitbeschäftigung mit entsprechend mehr Mitarbeitern untermauert sind. In diesem Jahr wendet der Kreis rund 40 Millionen Euro an Personalkosten auf.


Keine Mitgift für Grambow


Gesprächsbedarf dürfte es beim Thema Gemeindefusion Grambow und Wittenförden geben. Bleibt Grambow auf Hochzeitstour, verliert der Nordwesten Grambow als Gemeinde an den Landkreis Ludwigslust-Parchim. Das hat Auswirkungen auf aktuell geplante Straßenbauprojekte (Grambow-Wittenförden), die der Nordwestkreis mit rund 1,3 Millionen Euro stützt. Eine Finanzierung sei nur möglich, wenn sämtliche Fragen geklärt sind, meint Diederich. Dazu gehört ein Vertrag zur Eigenmittelübernahme durch den neuen Landkreis. Diederich: „Die Kuh muss vom Eis. Wir sind mit dem Nachbarkreis und den Akteuren im Gespräch.“ Die Zeit drängt. Spätestens im September muss die Ausschreibung für die neue Straße erfolgen. Mehr an Zeit habe man nicht, später seien die Fördergelder nicht abrufbar.

Weitere Themen auf dem Kreistag sind die Schulentwicklungsplanung bis zum Jahr 2020, der Erhalt des Berufsschulstandortes in Zierow, das Alleenkonzept und der von der Fraktion LUL geforderte Masterplan für einen Bildungsstandort Nordwestmecklenburg.

Der Kreistag von Nordwestmecklenburg beginnt am morgigen Donnerstag um 17 Uhr in der Malzfabrik in Grevesmühlen. Im Vorfeld wird die Ausstellung „Der Boden – unsere Lebensgrundlage“ , eine Wanderausstellung des Bauernverbandes MV, eröffnet.

 

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