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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

18. November 2017 | 00:26 Uhr

Warnstreik: Lehrer fordern weniger Bürokratie

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erstellt am 22.Feb.2013 | 10:37 Uhr

Gadebusch/Rehna | An zahlreichen Schulen in Nordwestmecklenburg droht am Montag der Unterricht auszufallen. Denn Lehrer werden in einen ganztägigen Warnstreik treten. "Es geht uns dabei nicht in erster Stelle um mehr Geld, sondern um bessere Arbeitsbedingungen und vor allem weniger Bürokratie", verdeutlicht Frank-Horst Wulkau. Der 55-Jährige ist Lehrer an der Heinrich-Heine-Schule Gadebusch und Mitglied des Kreisvorstandes der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Aus Sicht von Wulkau müssen die Arbeitsbedingungen so gestaltet werden, dass Lehrer auch noch mit 65 Jahren ihren Beruf ausüben können. "Fast alle meine Kolleginnen und Kollegen arbeiten schon jetzt auch am Wochenende, weil das Pensum ansonsten nicht mehr zu schaffen ist", so Wulkau. Er fordert daher eine Entbürokratisierung, damit Lehrer sich wieder auf ihr eigentliches Kerngeschäft konzentrieren können. "Wir wollen wieder mehr Zeit mit den Kindern verbringen. Denn um sie zu unterrichten, sind wir ausgebildet worden", sagt Wulkau.

Dem Lehrer für Arbeit, Wirtschaft, Technik, Informatik wundere es nicht, wenn junge Lehrer auch aus einem anderen Grund in MV nicht unterrichten wollen. Sie würden hier 20 bis 25 Prozent weniger verdienen. Deshalb müsse eine konkurrenzfähige Bezahlung her. Zumal Schätzungen zufolge schon im kommenden Schuljahr zwischen 1000 und 2000 Lehrer in MV fehlen würden. "Ohne Lehrer nützen auch die schönsten Schulgebäude nichts. Für mich geht es bei dem Streik und den Nachverhandlungen im Hauptkern darum, dass wir junge Lehrer bekommen, und ältere Kollegen möglichst lange unterrichten können - im Sinne der Kinder", so Wulkau.

Hunderte Lehrer werden am Montag so wie Wulkau auf die Straße statt in die Klassenräume gehen. Der Unterricht droht in zahlreichen Städten und Dörfern auszufallen. Für eine Notbetreuung der Kinder sei dennoch gesorgt, sagt beispielsweise die Gadebuscher Schulleiterin Iris Lehmann. Auch in Rehna und in anderen Orten sind Eltern mit Briefen über drohende Unterrichtsausfälle informiert worden.

Nach Angaben der GEW sind am Montag nicht nur Lehrer in Nordwestmecklenburg, sondern auch in der Landeshauptstadt Schwerin und dem Kreis Ludwigslust-Parchim zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen worden. Am Dienstag sind Warnstreiks im Bereich Neubrandenburg, am Mittwoch im Amtsbezirk Greifswald und am Donnerstag in der Region Rostock geplant.

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