zur Navigation springen

Bewegung in Schlagsdorf : Warmer Geldregen für Grenzhus

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Doch Innenminister Caffier tritt auf Euphoriebremse

svz.de von
erstellt am 07.Mär.2017 | 21:00 Uhr

Eine knappe halbe Million aus dem Mauerfonds im Dezember vergangenen Jahres, 80  000 Euro Anfang der Woche aus dem Innenministerium und weitere noch ausstehende 685  000 Silberlinge aus Mitteln für die Förderung des ländlichen Raumes – so kann’s weitergehen im Grenzhus Schlagsdorf. Doch trotz aller Freude über Finanzspritzen aus den verschiedensten Quellen tritt Lorenz Caffier auf die Euphoriebremse. „Das Land muss sehen, ob sich das Thema langfristig trägt. Jetzt ist es aber erst einmal wichtig, die angedachten Umbaumaßnahmen und den laufenden Betrieb abzusichern“, so der Innenminister beim Vor-Ort-Termin im größten Museum zur innerdeutschen Grenze in ganz MV.

In den kommenden Jahren soll das Informationszentrum zur innerdeutschen Grenze umgebaut und eine neue Dauerausstellung eingerichtet werden. Dies bedeutet viel vorbereitende und koordinierende Arbeit für das Museumsmanagement. Damit parallel dazu trotzdem der Museumsbetrieb weiter gehen kann, erhält der Trägerverein Politische Memoriale e.V. eingangs erwähnte 80  000 Euro als projektbezogenen Zuschuss für Sach- und Personalkosten. „Die Sicherung der Betriebskosten ist für so ein Museum immer das Schwierigste“, sagte Erik Gurgsdies als Vorsitzender des Trägervereins.

Darüber hinaus werden jedoch noch mehr als 1,1 Millionen Euro an Fördermitteln fließen, damit das Informationszentrum zur innerdeutschen Grenze eine museale Neugestaltung starten und die Barrierefreiheit verbessern kann. Erstmals in der Geschichte des Grenzhus’ soll unter anderem ein Aufzug an dem Gebäude errichtet werden, damit alle drei Ausstellungsebenen problemlos erreicht werden können. „Das wird die Attraktivität unseres Hauses weiter erhöhen“, ist Grenzhus-Leiter Dr. Andreas Wagner sicher. 2018 sollen alle geplanten Arbeiten abgeschlossen sein.

1,1 Millionen – das klingt viel, ist auch viel. Dennoch gebe es durchaus mehr Potenzial. „Wir würden uns beispielsweise wünschen, dass auch Schleswig-Holstein als benachbartes Bundesland sich des Themas der Erhaltung des Grenzhus’ annimmt“, sagt Carla Krüger. Ein Vorstoß der 2. Stellvertretenden Landrätin Nordwestmecklenburgs, die Lorenz Caffier zwar durchaus verstehe, viel Hoffnung machte er diesbezüglich aber nicht. Der Innenminister: „Ich werde das Anliegen aber im Nordverbund der fünf norddeutschen Küstenländer thematisieren. Immerhin haben wir eine gemeinsame Verantwortung für gemeinsame Geschichte.“

Knapp 11  000 Besucher zählte das Grenzhus Schlagsdorf im vergangenen Jahr. Zirka 20 Prozent waren Schüler. Neben Gästen aus Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg entdecken aber auch immer mehr internationale Besucher das Museum für sich. Niederlande, Irland, sogar aus Südkorea kommen die Besucher.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen