Kneese : Wappentier zurück im Schaalsee

Die im Borgsee vorgestreckten Fischlarven durften drei Monate lang bis auf eine Größe von vier Zentimeter heranwachsen und wurden dann im Schaalsee ausgesetzt.
Die im Borgsee vorgestreckten Fischlarven durften drei Monate lang bis auf eine Größe von vier Zentimeter heranwachsen und wurden dann im Schaalsee ausgesetzt.

Nach Aufzucht im Gehege: 20.000 Maränen eingesetzt

svz.de von
13. Juli 2018, 12:00 Uhr

Am Schaalsee macht sich Hoffnung auf die Rückkehr des Zarrentiner Wappentiers breit. Im Rahmen eines Artenschutzprojekts erfolgte die Ausbringung von 20 000 Jungfischen zur Wiedereinbürgerung der Schaalseemaräne.

Bereits vor über 100 Jahren beschrieb der Wissenschaftler August Thienemann die Schaalseemaräne als eigenständige Maränenart, die ursprünglich nur im Schaalsee und im Selenter See vorkam. Wegen ihres sehr begrenzten Verbreitungsgebietes wird sie auch als endemische Art bezeichnet.

Seit einigen Jahren führt das Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe mit den ansässigen Fischern sowie den Fischereibehörden der Länder das Artenschutzprojekt „Zeitgemäße fischereiliche Bewirtschaftung einer endemischen Fischart: Wissenschaftlich begleitete Wiedereinbürgerung der Schaalseemaräne (Coregonus holsatus) im Schaalsee“ durch.

Mithilfe genetischer Untersuchungen der Universität Rostock konnte festgestellt werden, dass ursprünglich auch die Schaalseemaräne um das Jahr 1930 für den Besatz des Drewitzer Sees bei Alt-Schwerin genutzt wurde.
Dort existiert bis heute eine stabile Population der endemischen Art, die sich für die Wiedereinbürgerung im Schaalsee eignet.

Anfang Juni wurden nun zum dritten Mal vorgestreckte Große Maränen, die aus Laich der dortigen Tiere zunächst auf dem Fischereigelände des Schaalseefischers Michael Bothstede in Grambek erbrütet und dann im Borgsee bei Lassahn in Netzgehegen vorgestreckt wurden, in ihr neues Heimatgewässer entlassen. Mit dieser Aktion endete die erste Phase des Projekts, das durch ein umfangreiches fischereibiologisches Monitoring begleitet wurde.

Insgesamt erfolgte während der dreijährigen Projektlaufzeit ein Besatz mit rund 70 000 Jungfischen.

Die bisherigen Projektergebnisse zeigen, dass die Etablierung eines stabilen, sich selbst reproduzierenden und nachhaltig befischbaren Bestands der Schaalseemaräne langfristig nur durch den Aufbau einer Laichfischhaltung erreicht werden kann.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen