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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

24. November 2017 | 21:39 Uhr

Grevesmühlen : Wahlkrimi hat ein Nachspiel

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Der unterlegene Bürgermeister-Kandidat Uwe Wandel und die Linke drängen in Grevesmühlen auf eine Nachauszählung der Stimmen

von
erstellt am 24.Sep.2016 | 08:00 Uhr

Wenige Tage nach der Bürgermeister-Stichwahl in Grevesmühlen könnte es erneut zu einer Auszählung der Stimmen kommen. Denn der unterlegene Kandidat Uwe Wandel kündigt Einspruch gegen das Ergebnis der Stichwahl an und drängt auf eine Nachauszählung. In der kommenden Woche will der Kandidat der Linken seinen Einspruch bei der Stadtwahlleiterin einreichen und begründen. Beratungen mit einem Juristen fanden dazu bereits statt.

SVZ weiß: Keine Fußmatte wie einst in Greifswald, sondern eine Whats-App-Nachricht aus einem Wahllokal spielt in diesem Wahlkrimi-Nachspiel eine Rolle. Jene Nachricht soll am Wahlsonntag kurz nach der Stimmenauszählung aus einem der acht Wahllokale versandt worden sein. Empfänger: Kandidat Uwe Wandel. Inhalt: das mögliche Ergebnis der Stimmenauszählung aus diesem Wahllokal. Und dieses Ergebnis soll sich mit später veröffentlichten Zahlen nicht decken. Die Rede ist von einer möglichen Diskrepanz von 25 Stimmen. Bereits 17 Stimmen mehr hätten dem Kandidaten der Linken, Uwe Wandel, den Wahlsieg über den Kandidaten der CDU, Lars Prahler, beschert.

Den Vorwurf, ein schlechter Verlierer zu sein, lässt der Kreisvorsitzende der Linken, Horst Krumpen, nicht gelten: „Es ist nunmal ein knappes Ergebnis und wir möchten Fehler ausschließen sowie Gerüchten den Boden entziehen. Wir unterstellen niemandem etwas.“ Zu konkreten Details des angekündigten Einspruchs will sich der Kreisvorsitzende der Linken nicht näher äußern. Nur so viel: „Uns sind Informationen zugegangen, wonach eine Nachauszählung der Stimmen vorgenommen werden sollte.“

Für Ärger sorgt der angekündigte Einspruch in Grevesmühlen schon jetzt. Einige ehrenamtliche Wahlhelfer fühlen sich in ein schlechtes Licht gerückt.

Dass ein Grevesmühlener Wahlergebnis angezweifelt wird, hat der langjährige Fraktionsvorsitzende der CDU, Dr. Roland Anderko, auch noch nicht erlebt. Seit der Wende mischt der Christdemokrat in der Kommunalpolitik mit. Im aktuellen Fall warnt er davor, den ehrenamtlichen Wahlhfeldern, die zum Teil 14 Stunden im Einsatz waren, Arglistigkeit unterstellen zu wollen.

Mit Spannung wartet nun die Stadtwahlleiterin auf den angekündigten Einspruch. Eine Sprecherin der Stadt Grevesmühlen erklärt auf SVZ-Anfrage: „Wir wissen noch nicht, worum es konkret geht.“ Vorsorglich schiebt sie hinterher: Kein Wahllokal sei durch eine Fußmatte blockiert gewesen. „Alle Wahllokale waren geöffnet und alle waren gut gelüftet.“ Niemand sei in Ohnmacht gefallen.

Für eine Stellungnahme waren der noch amtierende Bürgermeister Jürgen Ditz (parteilos) und Stichwahl-Sieger Lars Prahler nicht zu erreichen. Sie nehmen derzeit an einem Partnerschaftstreffen in Ungarn teil.

Die Stadtvertretung wird voraussichtlich am 7. November über den angekündigten Einspruch entscheiden. Sie kann nach Angaben einer Stadtsprecherin den Weg für einen Wahlprüfungsausschuss freimachen.

 

32 Stimmen Unterschied

Mit Christiane Münter, Lars Prahler, Uwe Wandel, Stefan Baetke und Uwe Bendiks waren fünf Kandidaten zur Bürgermeisterwahl angetreten. In die Stichwahl schafften es Lars Prahler mit 37,4 Prozent der abgegebenen Stimmen sowie Uwe Wandel mit 28,7 Prozent. Hier entwickelte sich zwei Wochen später ein Wahlkrimi: Prahler kam mit 2048 Stimmen auf 50,4 Prozent der Stimmen, Wandel mit 2016 Stimmen auf 49,6 Prozent. Prahler erhielt also 32 Stimmen mehr als sein Kontrahent. 19 Stimmen waren ungültig. Wahlbeteiligung: 45,2 Prozent

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