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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

22. November 2017 | 06:25 Uhr

Gadebusch : Wahlkampf vor neun Zuhörern

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Vier der sieben Landratskandidaten stellten sich in Gadebusch vor und saßen in einem nahezu leeren Feuerwehrsaal

von
erstellt am 07.Mai.2014 | 22:55 Uhr

Zirkus oder Politik? Vor dieser Entscheidung standen Gadebuscher, als nahezu zeitgleich zwei Veranstaltungen in ihrer Stadt stattfanden. Zum einen zeigte Zirkus Probst am Wakenstädter Weg sein internationales Programm, zum anderen präsentierten sich im nahe gelegenen Saal der Feuerwehr vier von sieben Landratskandidaten.

Wohin es Gadebuscher zog, war offensichtlich: zu Clowns und Helden der Zirkuswelt statt zum Politiker-Quartett. Nur neun Gäste nahmen im Feuerwehrsaal auf den rot gepolsterten Sitzen Platz. Viele von ihnen sind Parteimitglieder oder -sympathisanten.

Die erste Frage an die Kandidaten stellte Frank Rohmann vom Kulturhistorischen Verein von 1712. Er wollte wissen: „Wie merken wir als Bürger von Gadebusch, dass wir einen Landkreis haben?“ Man habe das Gefühl, zu weit weg von der Kreisverwaltung zu sein, alles werde in Wismar konzentriert.

SPD-Landratskandidatin Kerstin Weiss verwies darauf, dass der Kreis mit dem Gymnasium, der Förderschule, dem Jobcenter und der Kreisvolkshochschule in Gadebusch präsent sei. Bereits heute werde es ein weiteres Angebot in Gadebusch geben: Eine Außensprechstunde des Pflegestützpunktes in den Räumen des Jobcenters, Beginn 9 Uhr.

Der Kandidat der Linken, Björn Griese, bezeichnete eine Landrats-Sprechstunde in Gadebusch als machbar. Er brachte zudem eine bessere Anbindung Gadebuschs an den öffentlichen Personennahverkehr ins Spiel, damit Verwaltungsstandorte in Grevesmühlen und Wismar erreichbar seien. „Noch ist man mit dem Fahrrad wohl schneller in der ehemaligen Kreisstadt als mit dem ÖPNV“, unkte Griese.

Für den FDP-Kandidat Dr. Johannes Weise komme es hingegen auf die Qualität statt Quantität der Verwaltung an: „Entscheidend ist nicht, viel Verwaltung und viele Ansprechpartner zu haben, sondern dass Bürger gute und richtige Entscheidungen erhalten. Die Verwaltung soll effizient und schnell arbeiten.“ CDU-Landratskandidat Gerhard Rappen verwies darauf, dass vor allem die Amtsverwaltung die erste Anlaufstelle für Bürger sei.

Fragestellerin Nummer zwei war Sonja Weise von den Linken. Sie wollte wissen, ob Gadebusch mit Kreis-Fördermitteln für den Sporthallenbau der Heinrich-Heine-Schule rechnen könne? Viel Hoffnung machte ihr das Kandidaten-Quartett nicht. Gelder aus dem Kreishaushalt gibt es nicht. Wer den Kreishaushalt kenne, wisse dass dies fernab der Realität sei, sagte Gerhard Rappen. Einig zeigten sich die Kandidaten auch in der Frage nach der zukünftigen Nutzung der Malzfabrik Grevesmühlen. Sie soll weiterhin erhalten und voll ausgelastet werden.


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