Theater Wismar : Vorhang auf mit hungrigem Magen

Das Theater braucht noch einen Caterer.
Das Theater braucht noch einen Caterer.

Kurz vor Beginn der Spielzeit muss Wismar noch einen Caterer für sein Theater finden .

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17. August 2015, 21:00 Uhr

Bevor im Theater der Hansestadt der erste Vorhang fällt, muss die Stadtverwaltung noch klären, wer den Gästen Häppchen und Getränke reicht. Denn einen Caterer gibt es kurz vor dem Beginn der neuen Spielzeit noch nicht. Zu diesem Zweck wurde eine Ausschreibung aufgelegt, an der es nun Kritik gibt.

Grüne und FDP monieren, dass dieser Schritt viel zu spät erfolgt sei. Die Stadtverwaltung hatte im vergangenen Jahr angekündigt, sich im Januar darum zu kümmern. FDP und Grüne fragten Mitte des Jahres nach, wie weit dieses Projekt mittlerweile gediehen sei. Die überraschende Antwort von der Stadt: Erst im Juli war die Ausschreibung erfolgt. Wer den Zuschlag nun bekommt, wird dann wohl erst im September klar sein. Zwei Unternehmen haben sich beworben und werden mit durchaus widrigen Umständen konfrontiert.

Rund 120 Theatervorstellungen, Konzerte, Feste und repräsentative Vorstellungen finden pro Spielzeit im Theater statt. Vor deren Beginn und in den Pausen muss für eine Bewirtung gesorgt werden sein. Das Problem: Es gibt keine Küche im Theater. „Als Standorte für die Bewirtung stehen ein großer Tresen mit Wasseranschluss im Foyer zur Verfügung“, heißt es in der Ausschreibung. Eine Möglichkeit, Speisen vor Ort zuzubereiten oder warm zu halten, fehlt. Das heißt, alles muss schon fertig gekocht zum Spielort transportiert werden. Ein Unding, findet Mathias Engling von der Fraktion FDP/Grüne. Das Theater sei für 5,7 Millionen saniert worden, doch für das Geld gebe es weder Herd noch Geschirrspüler oder einen Lagerraum für Getränke. „Für diese Fehlplanung und Kurzsichtigkeit fehlt der Fraktion jegliches Verständnis.“

Die Stadt verteidigt ihr Vorgehen. „Als im Dezember 2014 das Theater der Hansestadt Wismar wiedereröffnet wurde, lag das Hauptaugenmerk auf der Aufnahme des Spielbetriebs. Dass einige Teile des neuen Hauses zu diesem Zeitpunkt noch nicht komplett fertig gestellt waren, hat nicht gestört“, sagte Petra Steffan von der Stadtverwaltung. Da mittlerweile alle Arbeitsplätze und Gerätschaften in das neue Gebäude umgezogen seien, sind die Raum- und Arbeitsbedingung eines Caterers geklärt. Zudem hätte auch „kein akuter Handlungsbedarf“ bestanden, da es mit einem Caterer eine Übereinkunft gab und die Besucherversorgung im Theater zu jedem Zeitpunkt gesichert war. Seit Januar seien so Einnahmen von 4636,44 Euro erzielt worden.

Es ist nicht das erste Mal, dass es wegen des Theaters in Wismar Streit gibt. Ursprünglich waren 2,5 Millionen Euro für den Neubau in der Philipp-Müller-Straße eingeplant. Schlussendlich musste die Stadt 5,7 Millionen Euro bezahlen. Fehlende Fundamente, eine Abdichtung gegen das Grundwasser und das Bühnenportal hatten die Kosten in die Höhe getrieben.

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