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Gastschülerinnen erleben bei Familie aus Grambow die Adventszeit : Vorfreude auf deutsche Weihnachten

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Die Gastschülerinnen Sena Kalayci aus der Türkei und Tabitha Meszaros aus den USA erleben bei der Familie Possekel aus Grambow die Adventszeit und dabei feiert Sena das erste Mal in ihrem Leben Weihnachten.

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erstellt am 17.Dez.2012 | 10:06 Uhr

Gadebusch/Grambow | Sena Kalayci feiert das erste Mal in ihrem Leben Weihnachten. Denn die Austauschschülerin ist Türkin. In dem muslimisch geprägten Land spielt das christliche Weihnachtsfest kaum ein Rolle. Doch auch für Tabitha Meszaros aus dem US-Staat New Jersey ist die Adventszeit in Deutschland voller Überraschungen und Neuigkeiten. "Solche Weihnachtsmärkte mit Karussells, Losbuden und vielen Verkaufsständen wie die in Schwerin oder Wismar kennen ich von Zuhause nicht", erzählt Tabi. Sie findet den Rummel verknüpft mit der festlichen Stimmung einfach toll. Und ein von Hand gefertigter Nuss knacker wird als Erinnerungsstück im nächsten Sommer mit auf Reisen in die USA gehen.

Auch Sena hat schon etwas für sich entdeckt: Schokolade. Dass es am Nikolaus-Tag sogar eine solche Schoko-Figur als Morgengruß gab, fand die junge Türkin einfach toll. Die beiden 18-jährigen Mädchen freuen sich schon jetzt auf die bevorstehenden Weihnachtstage, die sie gemeinsam mit ihren Gasteltern Ina und Andreas Possekel in Grambow verbringen werden. "Das wird ein Familienfest", betont Ina Possekel. "Auch mit einer Überraschung für unsere Gasttöchter."

Doch ein großes Brimborium oder gar ein Unterhaltungsprogramm für die jungen Frauen wollen die Grambower Eheleute nicht veranstalten. "Die Austauschschüler sollen den Alltag in einer deutschen Familie mitmachen, so die Kultur erleben und die deutsche Sprache erlernen", betont Andreas Possekel. Da er und seine Frau Ina jeden Tag zur Arbeit fahren, geht es gar nicht anders. "Und wir gehen weiterhin unseren Hobbys nach", betont Ina Possekel. "Wenn die Mädchen da mitmachen wollen, sind sie dabei." Den Festakt für den 20. Geburtstag des Grambower Moorvereins erlebten Sena und Tabi so ebenso wie das Treffen der Harley-Fans im Schweriner Chapter. "Wir unternehmen aber an den Wochenenden auch mehr, gucken uns Dinge vor der eigenen Haustür genauer oder nach Jahren mal wieder an", stellt Andreas Possekel fest. Ein Besuch im Schweriner Schloss und eine Dampferfahrt auf dem See gehörten schon dazu.

In der Woche ist für solche Ausflüge aber keine Zeit. Sena und Tabi müssen zur Schule. Beide haben zwar bereits das Abitur in der Tasche, doch nun sitzen sie mit Elftklässlern im Gade buscher Gymnasium auf der Schulbank. Tabi kann dem Unterricht besser folgen als Sena. Die US-Amerikanerin hatte in der Heimat vier Jahre Deutschunterricht. Und sie war nicht nur eine gute Schülerin, schon als Mädchen engagierte sie sich bei den Pfadfindern und in sozialen Projekten. Deshalb bekam sie ein Stipendium für ihren Deutschlandaufenthalt, der über den Verein AFS Interkulturelle Begegnungen organisiert wurde. Auch Sena kam mit Hilfe von AFS nach Deutschland. Die junge Türkin sprach bei ihrer Ankunft im September kein Wort Deutsch. Sie wollte aber einmal das Land kennenlernen, in dem so viele ihrer Landsleute leben. Und Deutsch lernt sie nebenbei auch.

Dass Tabi und Sena gemeinsam bei einer Familie wohnen, ist eine Ausnahme. Tabi hatte erst andere Gasteltern, kam dort aber nicht so gut klar. "Wir haben Tabi im November aufgenommen, damit ihr ein Schulwechsel und ein Umzug in eine andere Region erspart bleiben", erzählt Ina Possekel. Und Andreas Possekel ergänzt: "Wir sind es ja gewöhnt, mit mehreren Kindern im Haus zu leben." Denn zur Familie gehören zwei erwachsene Söhne und Tochter Maren. Die 17-Jährige lebt derzeit für ein Jahr in den USA. Der Wunsch der eigenen Tochter, mal die Welt kennen zu lernen, brachte Familie Possekel zum AFS. Possekels erklärten sich bereit, Austauschschüler aufzunehmen. "So lernen auch wir ganz anderen Kulturen und Lebensweisen kennen", betont Ina Possekel.

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