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Auftrag für Gadebuscher Firma : Von Mecklenburg nach Ulan-Bator

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Das Unternehmen ECP liefert Leichtbauelemente für Lebensmittelbetriebe in die Mongolei

von
erstellt am 11.Apr.2016 | 05:00 Uhr

„Die Verklebung ist das A und O, sonst wird das nichts“, sagt Mirco Bredow. Der Mitarbeiter beim Gadebuscher Unternehmen ECP – Gesellschaft für GFK-Systemlösungen mbH – kennt das Spiel mit dem auf den Millimeter genauen Zusammenführen von Blechen und dem Styroporkernen. Sie werden in der Gadebuscher Werkhalle mit einem Spezialkleber verarbeitet. Der Anlagenfahrer arbeitet an einem Auftrag für ein Unternehmen in Ulan-Bator, der Hauptstadt der Mongolei – knapp 8000 Kilometer Landweg von Gadebusch entfernt.

Dort entsteht im Auftrag eines griechischen Investors ein Lebensmittelbetrieb, der u.a. Schafsdärme für Bratwürste auf dem europäischen Markt produziert. „Es handelt sich um eine Firma mit Hoch-Hygiene-Bereich. Da sind wir präsent“, sagt Dipl.-Wirt.-Ing. Hans Christian Ruhberg. Sein Unternehmen produziert Sandwichelemente, die in der Lebensmittelbranche zum Einsatz kommen.

Dem Geschäftsführer ist die Freude über solch ein Projekt anzusehen. „Aktuell verladen wir Teile der ersten Lieferung. Insgesamt versenden wir Leichtbauteile mit einer Fläche von 6500 Quadratmetern“, sagt Ruhberg. Während die Innenwandelemente mit einer GFK-Schicht versehen sind, erhalten die Außenwände der neuen Produktionshalle eine 0,6 Millimeter starke Metallschicht auf dem Styroporkern. Für dieses Verfahren konnte sich der griechische Investor aus der Fleischbranche erwärmen. „Anfangs erscheint diese Bauweise ein wenig teurer, aber durch den hohen hygienischen Anspruch und die Langlebigkeit der Produkte, entfallen später aufwendige Sanierungsarbeiten“, so Ruhberg. Ein Vorteil, der den Unternehmen Zeit, Produktionsausfall und somit Geld spare.

Beinahe täglich rollen zwei Lastzüge mit Containern von der Gadebuscher Industriestraße in Richtung Hamburger Hafen. Von dort gelangen die Bauteile quasi im Linienverkehr per Containerschiff nach Asien. Ruhberg rechnet mit einer Frachtzeit von knapp sechs Wochen.

Fast zeitgleich wird unter Anleitung eines deutschen Architekten der Stahlrohbau in China und der Mongolei vorangetrieben. Dass der deutsche Kollege vor Ort ist, gibt Hans Christian Ruhberg ausreichend Sicherheit. Schließlich sollen sämtliche Bauteile Made in Germany passgenau in die Stahlkonstruktion eingefügt werden. „Seit 2014 sind wir mit der Planung und den logistischen Vorbereitungen befasst“, erzählt der Geschäftsführer von ECP. Anfangs hätten ihn die Kollegen angesichts des Planungsaufwandes ein wenig belächelt, aber jetzt, wo die Fracht vom Hof rollt, beinah alle möglichen Hindernisse aus dem Weg geräumt sind, kommt Freude auf.

Herausforderungen wie diese liebt Ruhberg. So lässt er Spezialpaletten fertigen, gelagerte Stahlkugeln unter die Styroporpaletten kleben, bis das maximale Leistungsvolumen der Container erreicht ist. „Rund 24 Container verschiffen wir in Richtung Mongolei“, sagt Ruhberg.

Für das Gadebuscher Unternehmen ist es der zweite größere Auftrag innerhalb eines Jahres. Vor wenigen Monaten schlossen Ruhberg und seine zwölf Kollegen die Zulieferung für eine Lachsfabrik auf den Färöer-Inseln ab. 5000 Quadratmeter Wände und Deckenplatten wurden geordert, damit der Fabrikausbau nach Hygienevorschriften erfolgen kann. „Ob wir Styropor oder wie im Fall Färöer Mineralwolle verarbeiten, ist nicht relevant. Der Kunde teilt uns seine Wünsche mit“, so Ruhberg. Viel wichtiger sind bei Großprojekten Referenzbetriebe. Da können die Gadebuscher langlebige Produkte im gesamten deutschsprachigen europäischen Raum vorweisen. Dazu gehört das Unternehmen Rügenfisch in Sassnitz. „Wir konnten zeigen, wie langlebig unsere Produkte sind. Das hat den Auftraggeber überzeugt“, sagt Christian Ruhberg.  

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