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Hanseschau in Wismar : Von Häppchen und Schnäppchen

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Die ist Hanseschau gerade mal eine Stunde alt, da gibt es schon den ersten Engpass. Nur im Gänsemarsch geht es vorwärts. Bleibt jemand stehen, um ein leckeres, kostenloses Häppchen zu probieren, dann stockt der Verkehr.

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erstellt am 08.Mär.2012 | 07:19 Uhr

Wismar | Da ist die Hanseschau gerade mal eine Stunde alt, da gibt es schon den ersten Engpass in Halle 3. Nur im Gänsemarsch geht es vorwärts und vorbei an all den Ständen mit Kräuterbonbons und Trockenfrüchten, mit Säften und Speiseölen, mit Apfeltaschen und Edellikören. Bleibt jemand stehen, um ein kostenloses Häppchen zu probieren, dann stockt der Verkehr. Häppchen, die schneidet Christopher Zinn im Akkord. "Mal probieren?", fragt der Mitarbeiter des Schlachtbetriebs Möllin aus Gadebusch die Laufkundschaft und reicht ein Holztablett mit Lungenwurst-Stückchen über die Theke. Kaum ausgereicht, ist der Teller schon wieder leer. Für Chef Frank Speck keine Überraschung. "Die Lungenwurst ist unser Klassiker", sagt er. Im Laufe der vier Messetage wird sein Verkäufer-Trio rund 600 Kilo allein von dieser Sorte unter die Leute bringen. "Viel davon wird verkauft, aber auch viel zum Probieren ausgegeben", sagt Speck. Der Verkaufserlös seiner Waren hier, decke, so der Firmeninhaber, die Messe-Kosten. "Aber hier gewinnen wir die Kunden für das Nachgeschäft".

Ganz hinten links in dieser Doppelhalle 3/4, in der sich viel ums Essen und Trinken, aber auch um Unterhaltung dreht, ist eine Bühne aufgebaut. Darauf stehen Wolfgang Woitag und Dorina Reschke vom Verein "Sagen und Märchenstraße" und werden interviewt, während sich an den Tischen davor schon viele Messebesucher ihr Mittagessen gönnen. Wolfgang Woitag steht mit seinem Hut und dem Wollwams für den Schneider aus dem Märchen "Tischlein deck’ dich", Dorina Reschke verkörpert die Grevesmühlener Krähe. Sie rühren die Werbetrommel für den Verein und haben Schatztruhe, Märchenrätsel und all das andere Equipment mit dem dreirädrigen Gefährt der Marke Piaggio in die Halle gebracht. "Da passt alles rein", umschreibt Woitag das Raumwunder, das interessierte Blicke auf sich zieht. Aufmerksamkeit, das ist das, was alle der rund 260 Aussteller der 22. Hanseschau verbindet. Hier wird bis Sonntag täglich von 10 bis 18 Uhr geworben und verkauft - oft zu vergünstigten Preisen. Messepreise, steht in großen Lettern auf so manchem Schild - und Schnäppchen und kleine Präsente, da ist die Kundschaft für zu haben.

Die Firma Derstappen aus Lützow hat sich in Halle 5 einen Standplatz gesichert. Der Treppenhersteller wird durch Außendienstmitarbeiter Volker Grünheit vertreten. "Verkaufsabschlüsse", sagt der 30-Jährige, "tätigen wir hier nicht". Vielmehr gehe es um unverbindliche Beratungsgespräche und darum, Termine mit Interessenten zu verabreden, um dann vor Ort über die passenden, individuellen Angebote zu sprechen. Rund zehn Info-Gespräche hat Grünheit in der ersten Messestunde schon absolviert. 31 weitere Stunden auf der Messe wird er noch im Einsatz sein, da ist viel Stehvermögen gefragt.

Vornehmlich sitzend sind Hans-Georg Haupt und seine Frau Petra im Einsatz. Hans-Georg Haupt hockt auf einem Holzbock und schaut mehr auf die Schuhe der Messe-Besucher als in die Gesichter der Menschen, die an seinem kleinen Stand vorbei gehen. Doch vorbei gehen sollen sie nicht, und so lädt der 62-Jährige die Leute wortgewaltig ein, um das aus zu probieren, was der Unternehmer aus Rehna an den Mann bringen möchte: Lederbalsam. Ein Schuh auf das Gestell gestellt und schon bearbeitet Haupt den Schuh mit seinen Pflegemitteln. "Ich bin jetzt zum vierten Mal in Folge auf der Messe. Sie hilft uns, den Bekanntheitsgrad zu erhöhen", sagt Haupt und legt wieder Hand an, denn der nächste Fuß samt Schuh steht auf dem Bock. Er hat alle Hände voll zu tun, denn die Messe ist schon am ersten Tag so gut besucht, das nicht nur in Halle 3 Gänsemarsch angesagt ist.

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