Ein Tag bei der Wismarer Hanse-Schau : Von Goldtalern und falschen Fuffzigern

<strong>Reklame für die Sagen- und Märchenstraße Mecklenburg-Vorpommern</strong> machten die als 'Die drei Spinnerinnen' verkleideten Irmtraut Biederstädt, Ingrid Busch und Elsbeth Tuleweit (v.l.).<fotos>Hans Taken (3)</fotos>
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Reklame für die Sagen- und Märchenstraße Mecklenburg-Vorpommern machten die als "Die drei Spinnerinnen" verkleideten Irmtraut Biederstädt, Ingrid Busch und Elsbeth Tuleweit (v.l.).Hans Taken (3)

Der Wind bläst kräftig, die ersten Tassen Kaffee werden noch in der Warteschlange getrunken. 10 Uhr, Türen auf. Los geht’s - der zweite Messe-Tag der größten Verbrauchermesse in Mecklenburg beginnt.

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08. März 2013, 06:01 Uhr

Wismar | Wer zu früh kommt, der muss warten. Mehr oder wenig geduldig stehen die Besucher vor dem Eingangsbereich der Hanse-Schau und bibbern ihrem Einlass entgegen. Der Wind bläst kräftig, Mitarbeiter eines Autohändlers kratzen die vereisten Scheiben ihrer Vorführmodelle frei und die ersten Tassen Kaffee werden noch in der Warteschlange getrunken. 10 Uhr, Türen auf. Los geht’s - der zweite Messe-Tag der größten Verbrauchermesse in Mecklenburg beginnt.

Links oder rechts herum ? Die Besucher haben fast alle einen Rechtsdrall, und so lässt der nächste Stau nicht lange auf sich warten. Zeit, sich am ersten Stand hinter dem Entrée bei Mitarbeitern der Deutschen Bundesbank über falsche Fuffziger oder den neuen Fünf-Euro-Schein zu informieren. Während ein älterer Herr sein Papiergeld noch auf seine Echtheit überprüfen lässt, sind weiter vorne bereits die ersten Geldscheine über die Ladentheke gegangen. Wie in jedem Jahr hat sich der Schlachtbetrieb Möllin einen gut frequentierten Platz in Halle 3 gesichert. Mitarbeiterin Astrid Stubbe ist schon seit 7 Uhr auf den Beinen, um das aufzufüllen, was am ersten Messe-Tag schon alles verkauft wurde. "Wir haben hier immer viel zu tun", weiß die Frau hinter der Theke und reicht eine Tüte voller Lungen-, Mett- und Leberwurst einer Kundin. Häppchen werden verteilt, damit die Kundschaft auf den Geschmack kommt. Mehrere Dutzend Würste werden dafür in kleine Probier stücke geschnitten. "So machen wir auch Reklame für unseren Betrieb", sagt Stubbe.

Werbung machen auch Brigitte Bullerjahn und Christine Brandt am Stand mit der Nummer 314. Der Landkreis Nordwestmecklenburg, das Biosphärereservat Schaalsee und der Tourismusverein Schweriner Seenland teilen sich diesen Platz und werben für die Naturschönheiten dieser Region. "Gestern, am Eröffnungstag, hatten wir schon einen regen Zulauf", sagt Brigitte Bullerjahn. "Die Einheimischen interessieren sich vor allem für Veranstaltungen, die in diesem Jahr stattfinden werden. Auswärtige Gäste schauen sich gerne nach Ausflugszielen um", so Brigitte Bullerjahn.

Die Hallen füllen sich. Mitten im Gewühl sucht sich Burkhard Golla ein Plätzchen, um telefonieren zu können. Eigentlich hat Golla in diesen Tagen ständig sein Handy am Ohr, denn als Projektleiter der Hanse-Schau ist er ein viel gefragter Mann. Rund 250 Aussteller sind zur 23. Auflage der Hanse-Schau erschienen. So viele wie noch nie. 11500 Quadratmeter Ausstellungsfläche wurden hergerichtet, zwischen 40 000 und 50 000 Gäste werden erwartet. "Knapp 9000 waren es schon am Eröffnungstag. Richtig voll wird es erfahrungsgemäß aber noch am Sonnabend und Sonntag", sagt Golla und hält wieder sein Handy ans Ohr, um den nächsten Anruf entgegenzunehmen.

Ruhiger geht es bei Irmtraut Biederstädt, Ingrid Busch und Elsbeth Tuleweit zu. Das Trio verkörpert die drei Spinnerinnen aus dem gleichnamigen Märchen der Brüder Grimm. Die Frauen aus Lassahn, Dechow und Rambeel rühren für die Sagen- und Märchenstraße MV die Werbetrommel. "Wir wollen die Großeltern und Eltern dazu animieren, dass sie ihren Enkeln und Kindern wieder mehr Märchen erzählen", sagt Irmtraut Biederstädt. Für Kinder, die an ihrem Stand ein Märchen erzählen können, hat sie süße Goldtaler parat. Und wer sehen will, wie noch traditionell gesponnen wird, kann dies bei den Frauen auch machen, denn sie beherrschen das alte Handwerk und halten das Spinnrad in Bewegung.

Es ist Mittag. Die Bänke und Tische vor der Bühne sind besetzt. Eine Sängerin fordert musikalisch auf "Komm, wir fahren nach Amsterdam", ein paar Damen fahren lieber nicht und gönnen sich zum Frauentag ein Gläschen Sekt. Nach der Stärkung geht es weiter durch die Hallen. Links oder rechts herum? Egal, mittlerweile geht es in beiden Richtungen nur noch im Gänsemarsch vorwärts.

Messe noch bis Sonntag

Die Hanse-Schau auf dem Festplatz am Wismarer Bürgerpark ist noch am Sonnabend und Sonntag jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt für Erwachsene sechs Euro, ermäßigt fünf Euro. Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren zahlen drei Euro, Kinder bis zwölf Jahre haben freien Eintritt.

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