Gross Rünz : Von der Natur in die Kunst

Auch Kinder konnten auf dem Eschenhof ihre Kreativität unter Beweis stellen.
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Auch Kinder konnten auf dem Eschenhof ihre Kreativität unter Beweis stellen.

Der Eschenhof-Verein in Groß Rünz startete erfolgreich in die Workshop-Serie

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19. Oktober 2019, 05:00 Uhr

Dank der Fördermaßnahme für Kleinstprojekte durch das Land Mecklenburg-Vorpommern mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds konnten wir in diesem Jahr unsere Workshop-Reihen auf dem Eschenhof in Groß Rünz weiterentwickeln. So haben wir Künstlerinnen und Künstler sowie Kreative gebeten, sich neu und innovativ mit den Themen Kreislaufwirtschaft, Nachhaltigkeit, Artenvielfalt, unentdeckte Potenziale des ländlichen Raumes – sowie Einsamkeit, Stille, Quelle zur Regeneration, Nachbarschaft, Begegnung, Austausch – zu befassen und in öffentlichen Workshops mit den Teilnehmenden sinn- und lustvoll umzusetzen.

Unser Ziel ist es, noch mehr Menschen aus der Umgebung zum Mitmachen anzuregen. Von essenzieller Bedeutung ist dabei der Dreiklang von Ökologie, Kommunikation und Netzwerken sowie gemeinsames Tun und soziale Teilhabe.

Das Projekt „Kreative Wege in die Kunst“ wendet sich an Menschen aus unserer Region. Dabei bringen wir „alteingesessene“ und „neue“ Nachbarn zusammen. Unser Angebot zielt auf gemeinschaftliches Miteinander von Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen, Arbeitslosen, Rentnern, Berufstätigen, Freunden und Fremden. Wir ermöglichen professionellen Künstlern und Künstlerinnen, ihr kreatives Schaffen in ihr direktes Umfeld einzubringen. Wir wollen mit diesem Projekt – entsprechend dem gemeinsamen Gärtnern – ein Lernumfeld schaffen, in dem sich die Teilnehmer, austauschen und gemeinsam neue Erfahrungen sammeln.

So starteten wir die Workshop-Reihe mit dem Kursangebot „Natur gestaltet – von der Natur in die Kunst“ unter Anleitung der Künstlerin und Waldorf-Lehrerin Corinna Weidner. Zum Kursbeginn staunten wir über farbenprächtige Wollen, Garne und Seiden, die uns Corinna vorstellte, und mit denen wir an zwei Tagen unsere Tücher weben durften.

Wir ahnten, dass die Weberei eine der ältesten Techniken zur Herstellung textiler Flächengebilde ist – doch die meisten von uns hatten keinerlei Vorkenntnisse. So lernten wir, dass das Weben mindestens aus zwei Fadensystemen besteht und dass Kette (Kettfaden) und Schuss (Schussfaden), rechtwinklig verkreuzt werden. In der praktischen Umsetzung war es dann schon eine echte Herausforderung, circa 2,50 Meter lange Kettfäden in Längsrichtung auf den Bauchgurtwebrahmen einzuspannen. Das Charakteristische ist, dass die Kettfäden vorher durch den Webkamm geführt werden.

Nach einigen Stunden Vorarbeit hatten wir unsere Kettfäden gespannt und konnten damit beginnen, unsere Schussfäden mit dem Schiffchen von einer Webkante zur anderen einzuziehen. Dabei wird wie durch Zauberhand durch das Heben und Senken des Gatterkamms das Register geöffnet und der Schussfaden läuft abwechselnd über die Kettfäden hinweg und unter ihnen hindurch. Der Eifer packte uns und unsere Werkstücke waren von Stunde zu Stunde bezaubernder anzuschauen.

Manche von uns freuten sich als glückliche Neu-Kunsthandwerkerinnen gleich auf das anschließende Kursangebot: „Mit Blüten, Blättern und Gräsern vom Musterentwurf zum Stoffdruck“. Die Natur im Blick begann der Workshop mit einem Streifzug durch das Gelände – interessante Formen des Hirtentäschels, des Spitzwegerichs, des Sauerklees, des Löwenzahns, des Pfefferkrauts, Blüten der Stockrose, des Huflattichs, der Schafgarbe, der gemeinen Wegwarte fanden unsere Begeisterung. Man braucht nicht viel: Ein Blatt, eine Blüte und dann ein bisschen Mut, um diese in farbenfrohen Textilfarben getränkten (mit Rolle oder Pinsel) Exponate auf den gebügelten Baumwollstoff zu drucken. Und wer die Struktur liebte, konnte sich mit Hohl- und Flachbeiteln eine individuelle Gummivorlage schnitzen.

Haben Sie schon einmal mit dieser Methode Pflanzen auf Stoff gedruckt? Uns hat es Spaß gemacht, das Vergängliche festzuhalten und mit Alltäglichem zu verbinden. In unseren Haushalten haben wir jetzt bedruckte Tischdecken, Kräutersäckchen, Beutelchen für Geschenke und andere Schönheiten des Alltags. Denn wir haben alte, ungenutzte, fleckige Textilien – also vermeintlich nutzlose Stoffe in neuwertige Produkte umgewandelt. Machen Sie oder macht Ihr es uns nach oder beim nächsten Mal einfach mit.

Unsere Kursangebote sind zu finden auf:

www.eschenhof-verein.de

Zur Person

Barbara Nikolic

Schon seit vielen Jahren ist Barbara Nikoli ehrenamtlich engagiert. Sozialer Frieden und gesellschaftlicher Zusammenhalt sind ihr wichtig. Individuelle Teilhabe und Integration, stabile demokratische Strukturen und ein buntes kulturelles Leben prägen ihr Engagement. Das Gärtnern wurde zu ihrem Lieblingshobby.



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