Rehna : Von der Kunst, heimlich zu atmen

Diplom-Musikpädagogin Brita Rehsöft (l.) probt mit Kira, Lena und Anne aus Lützow   ein neues Lied.  Fotos: Katharina Roese
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Diplom-Musikpädagogin Brita Rehsöft (l.) probt mit Kira, Lena und Anne aus Lützow ein neues Lied. Fotos: Katharina Roese

Die richtige Atemtechnik, Haltung und der Körper als Klangraum: Profi- Sängerin unterrichtet Schülerinnen in Rehnaer Bibliothek

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15. Juli 2014, 07:15 Uhr

„Mamma Mia, here I go again. My my, how can I resist you?“ Wo eigentlich im Flüsterton gesprochen wird, wo nur die Bücher leise knistern, wenn eine neue Seite umgeschlagen wird, da erklingen seit gestern ganz neue Töne: Kira Nedel und die Schwestern Lena und Anne Siemann aus Lützow nehmen in der Rehnaer Bibliothek Gesangsunterricht. Gemeinsam mit Diplom-Musikpädagogin Brita Rehsöft entdecken die Drei die Kunst des Singens.

„Mamma Mia, does it show again? My my, just how much I've missed you“ – Gar nicht so einfach, die Töne alle zu treffen, besonders die hohen. Und zudem genug Luft zu haben, um tatsächlich bis ans Ende der Zeile zu kommen. „Manchmal fragt man sich, wie die hohen Töne rauskommen sollen – der Trick ist, den Mund weit aufzumachen“, sagt Brita Rehsöft und lacht den Mädchen neben dem Klavier zu. „Elbengesang“ nennt Brita Rehsöft die ganz hohen Passagen, die die Mädchen nach nur wenigen Anläufen bereits gut meistern. Manchmal, beim Üben eines neuen Liedes, fordert die Sängerin ihre drei Schülerinnen auf, die Augen zu schließen, um ganz genau zuhören zu können. Kira, Lena und Anne schließen die Augen und lehnen sich in ihren Stühlen zurück. „Mit den Ohren lernt man am besten“, sagt Brita Rehsöft. Dann beginnt sie mit ihrer glockenhellen, klaren Stimme das neue Lied vorzutragen. Es breitet sich Stille aus. Verzaubert öffnen die Mädchen ihre Augen und dann singen auch sie. „Macht euch locker und atmet aus“, sagt die Gesangslehrerin. Zuerst erklingen ihre Stimmen noch leise, dann im Laufe des Liedes werden sie voller und lauter.

„Wir haben heute gelernt, wie man beim Singen stehen muss“, erzählt Kira. „Nämlich wie ein Cowboy“, sagt sie und lacht. „Und man muss in den Bauch atmen“, verrät Anne. „Sonst hat man nicht genug Luft und die Stimme kann nicht richtig klingen.“ Die Kunst, richtig zu atmen, bedeute, heimlich zu atmen, sagt die Musikpädagogin. „Den Bauch mit Luft zu füllen, bis in die Seiten hinein.“

Die drei Lützowerinnen sind von ihrer ersten Gesangsstunde begeistert. Zuhause wollen sie die Stücke noch einmal singen, um für den Kurs heute vorbereitet zu sein. Die Idee für den Ferien-Gesangskurs hat Brita Rehsöft gemeinsam mit Rebekka Duge, der Leiterin der Rehnaer Bibliothek entwickelt. „Ich fand es schön, ein Gegengewicht zum ,Superstar’ zu haben“, sagt Rebekka Duge. „Die Grundlagen des Gesangs zu vermitteln.“

Die Mädchen können sich unter Brita Rehsöft Anleitung an den Gesang herantasten, in drei Kurstagen ihre Stimme ausprobieren. Die Arbeit mit der Jugend sei ihr wichtig, sagt Brita Rehsöft, der man den Spaß am Kurs sichtlich anmerkt. „Wenn sie merken, sie dürfen mit ihrer Stimme hier was riskieren – dann ist das für mich das Schönste.“

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