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Papierfliegerwettbewerb : Von der Kunst des Fliegens

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Physikunterricht neu entdeckt: 300 Gleiter starten beim Papierfliegerwettbewerb an der Rehnaer Schule. Lars Wischnewski holt den Sieg

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erstellt am 30.Jan.2015 | 00:05 Uhr

Bereit zu fliegen: 300 Papierflieger schweben unter dem Dach der Sporthalle Rehna. Den erforderlichen Startschub erhielten die Leichtmodelle von den Schülern der Klassen 1 bis 9. Sie beteiligten sich am ersten Wettbewerb, für den die Physiklehrer die Starterlaubnis erteilten.

All das, was im eigentlichen Unterricht beim „Schwarzfliegen“ nicht wirklich positiv benotet wird, gehört in dieser Woche zum offiziellen Schul- und Flugprogramm. Kein Spielprogramm, wie Physiklehrer Mirko Boldt verdeutlicht: „Ziel ist, das Spielerische mit der Physik zu verbinden.“

Markus Luschnat und Mirko Leon Hoffmann trieben es mit ihrer stromlinienförmigen und lemonfarbenen „Speeder“ gleich auf die Spitze und gingen mit knapp 15 Metern Flugstrecke in Richtung Titel. „Teamarbeit“, sagt Mirko Leon, der mit seinem Gleiter 13,70 Meter erreichte. Sein Kumpel Markus brachte bei 14,70 Metern die Punktlandung auf dem Hallenparkett.

Lars Wischnewski aus der 4. Klasse blieb da ganz gelassen. Sein rotes Flugobjekt brachte es dank ausgeklügelter Falttechnik gleich in der ersten Runde auf 19,20 Meter. „Schulrekord“, sagt Mirko Boldt. Das Geheimnis des Erfolges von Lars liegt im Detail. Dazu gehört die Weiterentwicklung bekannter Falttechniken aus dem Internet. Dort habe er mit seiner Mutter in den Tagen vor dem Wettbewerb recherchiert. Lars: „Die Spitze muss ganz oft gefaltet werden, damit der Papierflieger an der Spitze schwerer wird. Zwei große Tragflächen sorgen für die Stabilität und Weitflug.“ All das sind die Ergebnisse seiner intensiven Hausarbeit, die nicht nur einen Papierflieger auf der kleinen Schreibtisch-Flugzeugwerft von Lars hervor brachte.

Klassenfreunde wie Cedric waren ihm mit 18,40 Metern dicht auf den Fersen. Letztlich hat Lars mit seinem markanten roten Papierflieger die Bestmarke gesetzt.

Flugpioniere wie Otto Lilienthal hätten mit Sicherheit einiges drauf gegeben, wenn derartiges Wissen mehr als ein Jahrhundert zuvor vermittelt worden wäre. Seine Experimente ermöglichten dem Luftfahrtpionier erste Gleitflüge. Erkenntnisse, die in Teilen beim Papierfliegerwettbewerb zur Anwendung kamen. „Wer sich ein wenig an die Geschichte der Fliegerei gehalten hat, der kommt wie der Siegergleiter sehr weit“, so Physiklehrer Jörg Upahl. Abwurfwinkel und Krafteinsatz müssen mit der Trimmung der Gleiter - beim Papierflieger diente dazu eine Büroklammer - ausgewogen zum Einsatz kommen. Wer sich im Vorfeld in den Unterrichtsstunden mit Luftwiderstand und Schwerkraft ein wenig auseinandersetzte, der hatte beste Chancen beim Papierfliegerwettbewerb.

Unterm Strich geht die spaßige Mischung aus Flugerlebnis, Gestaltung und Theorie als erfolgreiche Unterrichtsstunde in Rehna ein. Für Unterhaltung und Versorgung sorgten die Schüler der 10. Klassen.

 

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